Martina Münch

Betreuungsgeld auf Kosten von engagierten Eltern

Brandenburgs Jugendministerin Martina Münch hat vor dem Hintergrund der heutigen Befassung des Bundestags mit dem Betreuungsgeld ihre Kritik an den Plänen der Bundesregierung erneuert. "Statt den Ausbau der Plätze für die Jüngsten zu sichern, setzt die schwarz-gelbe Bundesregierung weiter auf das unsinnige Projekt Betreuungsgeld. Geld, das dringend in den Kita-Ausbau gehen müsste, wird hier als Herdprämie vergeudet."

28.06.2012 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Die jährlichen Kosten für das Betreuungsgeld liegen bei mehr als 1,2 Milliarden Euro, so Münch. "Gerade mal mit der Hälfte dieses Betrages beteiligt sich der Bund derzeit an den laufenden Kosten für die geschaffenen Krippenplätze. Würde der Bund diese 1,2 Milliarden Euro zusätzlich in den quantitativen und qualitativen Ausbau von Kitas investieren, könnten wir den Personalschlüssel weiter verbessern, die Betreuungsqualität weiterentwickeln und die frühkindliche Bildung stärken", betont Jugendministerin Münch.

"Wenn dann noch - wie derzeit geplant - mit den konkreten Regelungen zum Betreuungsgeld hochwirksame Bildungs- und Begegnungsangebote für Eltern und Kinder behindert werden, dann ist das völlig absurd", ärgert sich Münch. "CSU und CDU wollen Eltern finanziell besser stellen, die sich in den ersten Lebensjahren selber um ihre Kinder kümmern - genau solche Eltern besuchen die in Brandenburg entwickelten Eltern-Kind-Gruppen. Wir wissen, dass der Besuch der Eltern-Kind-Gruppen den Kindern, aber auch vielen Müttern gut tut: Dieses Angebot hilft, häusliche Isolation zu überwinden und verbessert die Erziehungs- und Alltagskompetenz. Da diese Gruppen aber öffentlich gefördert sind und sein müssen, damit sie ein qualitativ hochwertiges Angebot machen können, werden diese Eltern das Betreuungsgeld nicht bekommen können. Das Betreuungsgeld ist nicht nur unsinnig - es wird auch noch handwerklich schlecht umgesetzt."

Zum Hintergrund:

Bund, Länder und Kommunen hatten sich im Jahr 2007 darauf verständigt, bis 2013 für rund 35 Prozent der Unter-Dreijährigen einen Krippenplatz vorzuhalten. Ab August 2013 sollen ein- und zweijährige Kinder bundesweit einen generellen Rechtsanspruch auf eine Kindertagesbetreuung erhalten. Das Land Brandenburg ist auf den steigenden Betreuungsbedarf gut vorbereitet, macht Jugendministerin Münch klar. "Bei uns gilt bereits ein Rechtsanspruch auf Betreuung für Kinder unter drei Jahre, deren Eltern berufstätig sind oder die aus anderen Gründen ihre Kinder nicht erziehen können. Damit gehören wir bundesweit zu den Vorreitern", so Münch. "Mehr als 30.000 Kinder besuchen eine Kindertagesstätte oder eine Tagespflege - das sind inzwischen deutlich mehr als 50 Prozent der Unter-Dreijährigen im Land Brandenburg."


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