Bildung braucht Milliarden
(bikl) "Unstrittig ist: Bildung ist wichtig", heißt es im Vorwort der Studie Bildungsausgaben in Deutschland des Essener Bildungsforscher Klaus Klemm. Strittig aber sei, was Bildung wert sein müsse, was die Gesellschaft bereit sei, dafür auszugeben, so Klemm weiter. Seine Antwort wiederum ist eindeutig: Deutschland gibt zu wenig für die Bildung seiner Kinder aus. Klemm hatte die Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung erstellt. Sie wurde gestern in Berlin vorgestellt.
25.11.2005 ArtikelUm das Durchschnittsniveau der OECD-Staaten zu erreichen, so Klemm, müssten rund 17 Milliarden Euro mehr investiert werden. Im Jahr 2002 wurden rund 103 Milliarden Euro in die Bildung von rund 17 Millionen Schülern und Erwachsenen gesteckt. Die Summe müsste bis 2015 auf 121 Milliarden erhöht werden.
Vorschulische Förderung
Klemm forderte, das Geld besonders in die vorschulische Förderung zu investieren. Dann wäre es der Studie zufolge möglich, doppelt so viele Krippenplätze zu schaffen. Alle Drei- bis Fünfjährigen könnten einen Platz im Kindergarten erhalten. Und das letzte Kindergartenjahr wäre gebührenfrei. Schließlich ließe sich die Anzahl akademisch ausgebildeter Betreuer um 20 Prozent erhöhen.
Vollzeitberufsschulen
Weitere Forderungen: Mehr Ganztagsangebote im schulischen Bereich, damit 50 Prozent aller Schüler Ganztagsschulen besuchen können, Risikoschüler sollen mehr Förderung erhalten und Ausbildungswege verstärkt über Vollzeitberufsschulen angeboten werden. Außerdem fordert die Studie mehr Studienplätze und mehr Professoren, um eine bessere und schnellere Hochschulausbildung zu ermöglichen.
Knackpunkt Personalausgaben
"Deutschland", so das Fazit der Studie, "widmet einen eher geringen Teil seines nationalen Wohlstands dem Aufgabenfeld Bildung.“ Dabei konzentriere es seine Bildungsausgaben stärker als andere Länder auf Personalausgaben – und dies weniger zu Gunsten eines großen Personalvolumens und mehr zu Gunsten vergleichbar günstiger Gehälter. Außerdem würden im Schul- und Hochschulbereich ältere Bildungsteilnehmer – erheblicher als dies in anderen Ländern geschieht – bevorzugt.
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