Bildungsgewerkschaft empfiehlt bei Urteil über Kinderbetreuung Realismus

In der durch den Bericht der Bertelmannstiftung "Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme" angestoßenen Debatte, äußerte sich heute der GEW-Landesvorstand. "Es gibt keinen Grund zur Hektik und auch nicht zu übertriebenen Forderungen", sagte der GEW-Landesgeschäftsführer Frank Wolters. Man könne so ohne Weiteres auch nicht partielle Systeme mit flächendeckenden vergleichen. Zugleich sieht die GEW auch in Sachsen-Anhalt Defizite bei der Umsetzung des Bildungsauftrages der Kitas.

12.06.2008 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

Dafür hat die GEW klare Vorstellungen formuliert, die auch im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten des Landes liegen:

  1. die Erzieher-Kind-Relation soll wieder auf das Niveau des Kinderbetreuungsgesetzes (KiBeG) angehoben werden. Diese Relationen sind 1:6 (Krippe), 1:12 (Kindergarten)1:20 (Hort).

  2. Die Vor- und Nachbereitungszeiten im Umfang von 15 % der Arbeitszeit der Erzieherinnen sind gesetzlich festzuschreiben und

  3. Die Freistellungskontingente für Leiterinnen müssten deutlich erhöht werden.
  4. Fortbildungsmaßnahmen sollen auf die Arbeitszeit der Erzieherinnen angerechnet werden.

Fortbildung sei ein wichtiger Bestandteil der Qualitätsverbesserung und werde auch direkt von der GEW angeboten. Bisher werden nach Aussagen von Wolters zwar häufig die Fortbildungskosten durch die Trägerübernommen, allerdings bleibt Fortbildung weitgehend der Initiative der Erzieherinnen überlassen, die sie dann in ihrer Freizeit absolvieren müssen.

Darüber hinaus wäre es im Interesse der Qualitätsverbesserung notwendig, die Finanzierungszuschüsse durch Land und örtliche Träger wieder an den tatsächlichen Kinderzahlen in den Einrichtungen zu orientieren. Durch die derzeit gültige Finanzierungspauschale besteht eine latente Unterversorgung, wodurch die Bildungsqualität leide.

Ansprechpartner

GEW Sachsen-Anhalt

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