Bildungsministerin Erdsiek-Rave im Landtag: "Wir brauchen einen Pakt für mehr Bildung und Betreuung"

"Das Thema Kinderbetreuung und frühkindliche Bildung ist endlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen", sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (22. März) im schleswig-holsteinischen Landtag.

23.03.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Die Frauen seien es schon lange leid, wahlweise als Rabenmütter oder Heimchen am Herd abqualifiziert zu werden. Nicht zuletzt zwinge der demographische Wandel zu einer Steigerung von Quantität und Qualität der frühkindlichen Bildung, betonte Erdsiek-Rave. "Die Chancen für ein Bündnis zwischen Bund, Ländern und Kommunen sind so gut wie nie zuvor", so die Ministerin. Eine gemeinsame Finanzierung und das Angebot einer tatsächlichen Wahlfreiheit könnten Grundlage sein "für einen Pakt zugunsten von Eltern und Kindern für mehr Bildung und Betreuung." Man dürfe sich nicht im Gestrüpp der föderalen Zuständigkeiten verheddern, forderte Erdsiek-Rave. Die Frage der Finanzierung solle nicht an festgefahrenen Positionen scheitern.

In Schleswig-Holstein werden mit Stand 2006 4263 Kinder unter drei Jahren in Krippen und altersgemischten Gruppen sowie 1241 Kinder unter drei Jahren in öffentlich geförderter Tagespflege betreut. Das entspricht einem Versorgungsstand von 7,6 Prozent. "Wir sind also von einem bedarfsgerechten, bis 2010 zu realisierenden Angebot noch weit entfernt - erst recht vom 35-Prozent-Ziel, das die Bundesfamilienministerin ins Spiel gebracht hat", so die Ministerin. Fragen der Versorgungssituation, des Ausbaustandes, des Finanzbedarfs und der Qualitätsentwicklung werde man in einem Bund-Länder-Gespräch am 2. April erörtern, erläuterte Erdsiek-Rave und stellte fest: "Die politische Unterstützung von allen Seiten für mehr Bildung und Betreuung ist so günstig wie nie zuvor."


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