Bildungsprogramm für saarländische Kindergärten vorgestellt

"Kinder sind wissensdurstig und neugierig, haben Freude am Forschen und Entdecken und sind stolz auf das Gelernte, Kinder wollen und sollen deshalb schon im Kindergarten lernen. Sie haben ein Recht darauf, im Verlauf ihres Kindergartenlebens mit Inhalten aus allen Bildungsbereichen vertraut zu werden", erklärte Kultusminister Jürgen Schreier heute (13.7.06) anlässlich der Präsentation des Bildungsprogramms für saarländische Kindergärten. Mit dem Programm wird die pädagogische Arbeit in Kindertageseinrichtungen neu konzipiert und der Übergang in die Grundschule neu gestaltet – in enger Kooperation zwischen den Pädagogen in den Kindertageseinrichtungen, den Eltern und den Grundschulen.

13.07.2006 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Jürgen Schreier: "Frühe Jahre müssen wieder zu Bildungsjahren werden, um die dann weit geöffneten Lern- und Entwicklungsfenster der Kinder besser zu nutzen, und vor allem auch, um Nachteile für Kinder aus bildungsferneren Elternhäusern zu vermeiden. Das bedeutet Chancengleichheit von Anfang an." Die saarländische Landesregierung hat die Bedeutung des Kindergartens auch als Bildungsstätte früh betont. Bereits im Jahr 2000 hat das Saarland als erstes Bundesland das letzte Kindergartenjahr von Gebühren frei gestellt. Seitdem besuchen so gut wie alle Kinder den Kindergarten. Jürgen Schreier: "Frühes Lernen heißt aber auf keinen Fall Verschulung des Kindergartens. Denn der Kindergarten ist keine Grundschule und soll auch keine werden. Kindergarten und Grundschule sind zwei verschiedene Lernorte, aber sie müssen in Zukunft enger zusammenarbeiten."

Gemeinsam mit der Internationalen Akademie (INA) an der Freien Universität Berlin unter Leitung von Dr. Christa Preissing und unter Beteiligung der Träger, von Fachberatern und Elternvertretern sowie Mitarbeitern des Landesjugendamtes hat das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft das Bildungsprogramm erarbeitet, das im Fachverlag "das netz" in Berlin veröffentlicht wird. Das Programm enthält kurze programmatische Aussagen zu den Grundpfeilern des Bildungsverständnisses, den Zielen der Bildungsarbeit in Kindergärten, den Bildungsinhalten, den Aufgaben der Erzieherinnen und der Kooperation mit den Grundschulen.

Darüber hinaus gibt es Handreichungen für die Praxis, die ausführliche Erläuterungen und Begründungen sowie praktische Hinweise für die Umsetzung des Programms geben. Sie kommen nach den Sommerferien auf den Markt.

Im Mittelpunkt des Bildungsprogramms stehen insgesamt sieben Bereiche:

  • Körper, Bewegung und Gesundheit
  • Soziale und kulturelle Umwelt
  • Sprachen, Kommunikation und Schriftkultur
  • Bildnerisches Gestalten
  • Musik
  • Mathematische Grunderfahrungen
  • Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen

Während der Entwicklung des Programms wurden u. a. zahlreiche Informationsveranstaltungen in den Landkreisen, in einzelnen Gemeinden und Kindergärten, themenspezifische Fortbildungen sowie eine Multiplikatorenausbildung angeboten. Im Rahmen der heutigen Präsentation des Bildungsprogramms überreichte Kultusminister Jürgen Schreier den Multiplikatoren, die ihre Ausbildung beendet haben, ihre Zertifikate.

"Mit der Verabschiedung sind alle Akteure der Tageseinrichtungen für Kinder aufgefordert, die Inhalte des Bildungsprogramms für saarländische Kindergärten in der Praxis zu verankern. Hierbei tragen Erzieherinnen und Erzieher, Träger, Eltern, Fachberaterinnen und Fachberater und alle weiteren am System der Tageseinrichtungen für Kinder beteiligten Gruppen gemeinsam Verantwortung", so der Minister abschließend.


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