Gefragt, aber nicht honoriert: Akademisch ausgebildetes Personal für Kitas
Die meisten Absolventinnen und Absolventen der neuen kindheitspädagogischen Bachelorstudiengänge arbeiten nach ihrem Abschluss in Kindertageseinrichtungen. Sie schätzen die Arbeit mit den Kindern, die Zusammenarbeit mit Kollegen und Eltern sowie ihre Gestaltungsmöglichkeiten und die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Dennoch sind viele nicht vollkommen zufrieden, denn das Studium wirkt sich nicht auf die Bezahlung aus und Aufstiegsmöglichkeiten fehlen.
14.11.2012 Pressemeldung Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische FachkräfteDies geht aus Befragungen von insgesamt 211 Absolventinnen und Absolventen an sechs deutschen Hochschulen hervor, die im Auftrag der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) ausgewertet wurden.
"Seit 2004 gibt es in Deutschland kindheitspädagogische Studiengänge. Unsere Studie beschreibt die Berufseinstiegsphase der ersten Absolventen-Generation und zeigt, dass sie für Kindertageseinrichtungen gewonnen werden konnten", kommentiert Dr. Carola Nürnberg. Die wissenschaftliche Referentin der WiFF ergänzt: "Fraglich ist, ob die Graduierten bei dem derzeitigen Gehalt langfristig in der Kita bleiben oder vermehrt in andere pädagogische Tätigkeitsfelder gehen". Mehr Gehalt gibt es derzeit nur in Leitungspositionen, die häufiger Kindheitspädagoginnen und -pädagogen mit Berufspraxis vor dem Studium einnehmen.
Ein deutlicher Trend zeigt sich bei den Arbeitgebern: Knapp 17 Prozent der Absolventinnen und Absolventen sind bei privat-gewerblichen Trägern beschäftigt, laut Kinder- und Jugendhilfestatistik 2011 arbeitet dort aber nur rund 1 Prozent der Fachkräfte insgesamt. Kirchliche Träger, die etwa 35 Prozent aller Fachkräfte beschäftigen, haben hingegen nur rund 23 Prozent der Graduierten eingestellt.
Die WiFF Expertise "Von der Hochschule an die Kita. Berufliche Erfahrungen von Absolventinnen und Absolventen kindheitspädagogischer Bachelorstudiengänge" von Nicole Kirstein, Klaus Fröhlich-Gildhoff und Ralf Haderlein kann kostenfrei bestellt oder im PDF-Format heruntergeladen werden. Ausgewählte Ergebnisse aus dieser Expertise sowie aus einer Befragung von Studiengangsleitungen zur Durchlässigkeit der Studiengänge gibt es auf: www.weiterbildungsinitiative.de/studium/empirische-befunde.html.
Über WiFF
WiFF ist ein Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Robert Bosch Stiftung und des Deutschen Jugendinstituts e.V. Die drei Partner setzen sich dafür ein, im frühpädagogischen Weiterbildungssystem in Deutschland mehr Transparenz herzustellen, die Qualität der Angebote zu sichern und anschlussfähige Bildungswege zu fördern.
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