GEW-Appell an den Bayerischen Landtag

Anlässlich der heutigen Mammut-Beratungen im Ausschuss für Sozial-, Gesundheits- und Familienpolitik im Bayerischen Landtag über die drohende Änderung der Kindertagesstätten-Finanzierung hat der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Bayern, Helmut Oskar Brückner, an die Abgeordneten appelliert, die Flut von Protesten gegen die Pläne der Staatsregierung ernst zu nehmen und den vorliegenden Gesetzesentwurf noch in letzter Minute zu stoppen.

14.04.2005 Bayern Pressemeldung GEW Bayern

Die GEW Bayern spricht sich gegen den vorliegenden Entwurf aus und verweist auf ihre ständige Kritik an der damit verbundenen Einführung eines 'Neuen Fördermodells': "Pädagogik darf grundsätzlich nicht unter das Diktat der Betriebswirtschaft gestellt werden."

Der Bildungsanspruch von Kindern dürfe nicht abhängig gemacht werden vom Buchungsverhalten der Eltern bzw. der Finanzkraft der jeweiligen Kommune.
"Der Freistaat muss in Zukunft die Sockelkosten jeder Kindertagesstätte (bis zu sechs Stunden Öffnungszeit mit entsprechendem Fachpersonal) garantieren", fordert Brückner.

Darüber hinaus kritisiert die GEW Bayern am Gesetzentwurf

  • die Öffnung für gewerbliche, gewinnorientierte Träger
  • das mögliche Unterlaufen des Wunsch- und Wahlrechts der Eltern durch die Gemeinden
  • die Gleichsetzung von Tagespflege ohne besondere Ausbildungs-Standards mit pädagogischer Förderung und Betreuung in der Kindertagesstätte
  • die Abwicklung von sog. "unwirtschaftlichen" Zeiten durch Tagespflege
  • die im Gesetzentwurf fehlenden verbindlichen fachlichen Qualitätsstandards

Brückner wörtlich: "Wir fordern den Gesetzgeber auf, das künftige Bayerische Kindertagesstättengesetz als Bildungsgesetz und nicht als Sparprogramm zu planen. Die Basis dazu hat die Initiative 'Kinder brauchen Qualität' längst vorgelegt, bei der auch die GEW mitarbeitet".

Ansprechpartner

GEW Bayern

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