GEW ruft zu Streiks an Schulen und Kindertagesstätten auf

Zu Streiks an Schulen und Kindertagesstätten hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aufgerufen. Die Bildungsgewerkschaft machte sich für den Erhalt der 38,5 Stunden-Woche im öffentlichen Dienst stark.

10.02.2006 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

"Alle Welt redet von Bildung, aber die im Bildungsbereich Beschäftigten sollen für weniger Geld länger arbeiten. Das passt nicht zusammen. Die Arbeitgeber in den Kommunen und Bundesländern müssen endlich kapieren, dass gute öffentliche Dienstleistungen nicht zum Discountpreis zu haben sind", sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am Freitag während einer gemeinsamen Pressekonferenz von ver.di, Gewerkschaft der Polizei (GdP) und GEW in Berlin.

In der Tarifauseinandersetzung mit kommunalen Arbeitgebern und Ländern hat die GEW die Schwerpunkte zunächst in den Ländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Hamburg gesetzt. In der nächsten Woche ruft die GEW die Beschäftigten in diesen Ländern an ausgewählten Schulen zu Streiks auf. Erzieherinnen und Erzieher bei kommunalen Arbeitgebern in Baden-Württemberg haben bereits gestreikt. Die Ergebnisse der Urabstimmung zeigen, dass Erzieherinnen, angestellte Lehrkräfte und Wissenschaftler in Kindertageseinrichtungen, Schulen und Hochschulen entschlossen sind, eine Verlängerung ihrer Arbeitszeit und Einkommenseinbußen nicht hinzunehmen.

Allein an den sieben Heimsonderschulen Baden-Württembergs, an denen die GEW die Urabstimmung durchgeführt hat, sprachen sich 92 Prozent für den Streik aus. In Rheinland-Pfalz haben von den zur Urabstimmung aufgerufenen Beschäftigten 96 Prozent für Streiks gestimmt. Die Zeichen bei den Beschäftigten im Bildungsbereich stehen auf Sturm, wenn die Arbeitgeber weiterhin an dem Ziel festhalten, die tariflichen Standards abzusenken.

Die GEW wird ihre Aktivitäten in der Tarifauseinandersetzung verstärken und in weiteren Bereichen Urabstimmungen und Streiks vorbereiten. Dabei ist nicht auszuschließen, dass Beschäftigte an den Schulen - auch in den neuen Ländern - in weitaus größerem Umfang als bisher in den Arbeitskampf einbezogen werden. Hierüber wird die Große Tarifkommission der GEW zu Beginn der nächsten Woche entscheiden.

Weitere Informationen finden Sie unter www.gew.de/GEW_ruft_zu_Streiks_an_Schulen_und_Kindertagesstaetten_auf.html


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