Historisches Ereignis: deutsch-französisches Geschichtsbuch

(bikl) Dass Schulbücher in Deutschland über Ländergrenzen hinweg zu Einsatz kommen, ist schon etwas sehr Ungewöhnliches, dass aber ein Geschichtsbuch sowohl in allen 16 Bundesländern als auch im Nachbarland Frankreich zum offiziellen Lehrwerk für die Oberstufe erklärt wird, grenzt beinahe an ein Wunder.

10.03.2005 Artikel

Möglich geworden ist diese Kooperation durch eine Initiative beider Regierungen anlässlich des 40. Jahrestags des Elysée-Vertrags im Jahre 2003. Zwei renommierte Schulbuchverlage aus Deutschland und Frankreich haben sich danach an die Umsetzung des Projekts gemacht: Der Ernst Klett Verlag, Stuttgart und Editions Nathan aus Paris. Sie erstellen das Geschichtsbuch mit gleichem Inhalt in je einer sprachlich identischen deutschen und französischen Fassung.

Heute ist das Projekt in Berlin vorgestellt worden, wo sich die Kultusministerkonferenz mit dem französischen Erziehungsministers François Fillon mit dem Kulturbevollmächtigten, Ministerpräsident Peter Müller (Saarland) getroffen haben. Dieses Projekt werde zu einer gemeinsamen Betrachtung der deutschen und der französischen Geschichte führen, erklärten Fillon und Müller übereinstimmend. Ob es nun um die unterschiedliche Stellung der Relgion in den beiden Ländern oder aber um die Wende in Deutschland gehe, es werde eine "gemeinsame Semantik" gefunden.

Der Inhalt der Werke orientiert sich sowohl an den Lehrplänen der 16 Bundesländer als auch an dem französischen Lehrplan für die Oberstufe. Die Kultusminister haben sich darauf verständigt, bei der Genehmigung des Buches großzügig zu verfahren.

Der erste Band erscheint im Laufe des Schuljahres 2006/2007 und ist für die Abiturklasse gedacht. Er wird sich mit der neuesten Geschichte ab 1945 befassen.

Weiterführende Links:

Pressemitteilung Klett
Pressemitteilung KMK


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