"Inklusion ist kein sozialpolitisches Sparmodell"
(red) Das Hauptaugenmerk bei der Inklusion wird auf die Schule gelegt. Doch Inklusion gilt für alle Bereiche und zwar von Anfang an. Wie steht es also um die Inklusion in den Kitas? Ist sie ohnehin Alltag oder muss sich auch hier noch Vieles ändern? Antworten dazu von Prof. Dr. Kai-Uwe Schablon, der an der Hochschule Münster das Fachgebiet Heilpädagogik vertritt.
19.02.2013 ArtikelHerr Schablon, beim Thema Inklusion geht es in der öffentlichen Diskussion hauptsächlich um die Umsetzung in der Schule, weniger um Inklusion in den frühpädagogischen Einrichtungen. Wie kommt das?
Kai-Uwe Schablon: Durch die UN Behindertenrechtskonvention ist viel in Bewegung gekommen. Die Diskussion im Bildungsbereich "Schule" hat eine besondere Brisanz. Denn hier prallen unterschiedliche Interessen aufeinander: Schule nimmt neben dem Bildungsauftrag auch eine auf normative Leistung bezogene Platzierungsaufgabe wahr. Am Deutlichsten wird das an der kontroversen Diskussion über den gymnasialen Bildungszweig und dem Festhalten am dreigliedrigen Schulsystem. Hier besteht eine unauflösbare Ambivalenz zwischen einer sicherlich auch benötigten "Bildungselite" und dem mittlerweile herrschendem "Inklusionsdruck". Die Eltern behinderter und nichtbehinderter Kinder sind verunsichert, wer hier wen vom Lernen abhalten könnte. Alle Eltern wollen natürlich das Beste für ihre Kinder. Hieraus ergeben sich durch die geforderte egalitäre Differenz und durch die angestrebte "Gleichheit der Verschiedenheit" viele Widersprüche.
Und wie steht es um die Inklusion in den Kitas?
Kai-Uwe Schablon: Von keinem anderen Begriff geht innerhalb der frühpädagogischen Praxis derzeit so viel Dynamik aus, wie von dem Begriff der Inklusion. Der Buchautor Dr. Ferdinand Klein plädiert mahnend dafür, "die Chance den Kindern ihre Kindheit zu lassen" und mit den Leitideen und dem methodischen Fundus der Reformpädagogen: Fröbel, Montessori, Steiner eine Inklusive Pädagogik umzusetzen. Andere Autoren hingegen fordern eine akademisch gestützte Bildung im Kita Bereich um den Übergang zur Schule zu erleichtern.
Es muss sich also Vieles ändern?
Kai-Uwe Schablon: Untersuchungen zeigen deutlich, dass gute pädagogische Ansätze alleine nicht ausreichen, um die Inklusion in der Frühpädagogik voranzutreiben. Die Bundesländer können eine inklusive Pädagogik über die Bildungs- und Erziehungspläne verankern und über Auflagen zur Aufnahme von benachteiligten Kindern sowie durch finanzielle Förderung stärker in die Arbeit der Kindertageseinrichtungen einzugreifen. Dies muss einhergehen mit Geldern, die die benötigten Strukturveränderungen ermöglichen - Inklusion ist kein sozialpolitisches Sparmodell! Und: Inklusion bedeutet willkommen heißender Umgang mit Verschiedenheit. Ideen zur Umsetzung sind beispielsweise, multiprofessionelle Teams in den Kitas zu beschäftigen oder den Austausch mit Kolleginnen, die bereits Integrationserfahrungen haben, zu stärken, um Vorbehalte und Ängste zu nehmen.
Haben sich die Bundesländer, die Kommunen auf den Weg gemacht?
Kai-Uwe Schablon: Ja, aber recht spät, wenn man bedenkt, dass auf internationaler Ebene seit den 80er Jahren eine integrative Erziehung und Bildung gefordert wird. Unser Bildungssystem setzt auf äußere Differenzierung, Separierung und Homogenisierung. Für die Leitidee Inklusion bedarf es tiefgreifender Veränderungen in bildungspolitischen Strukturen und in den pädagogischen Grundhaltungen.
Was muss unbedingt getan werden?
Kai-Uwe Schablon: Es darf keine weitere Um-Etikettierung von Integration in Inklusion erfolgen. Kinder mit hohem Unterstützungsbedarf dürfen aus dem Inklusionsprozess nicht ausgeschlossen werden. Erzieherinnen benötigen ein überprüfbares Leitbild, Weiterbildungen und Auslagerungen bisheriger Aufgaben.
Welche Rolle spielt das Thema Inklusion in der Aus- und Weiterbildung der Erzieherinnen?
Kai-Uwe Schablon: In Westeuropa gibt es nur noch in Deutschland, Österreich und auf Malta eine Ausbildung auf dem Nicht-Hochschulniveau. In den Lernplänen wird zwar von inklusiven Aufgaben gesprochen, trotzdem sind die meisten Lehrpläne in Bezug auf Inklusion nicht aktualisiert. Die Ausbildungsstätten sind mit einer Breitbandausbildung belastet, die große Probleme mit sich bringt. Eine Spezialisierung im Bereich der Behindertenpädagogik ist bislang nur in den Lehrplänen von sieben Bundesländern zu finden.
Gibt es wenigstens Weiterbildungsangebote?
Kai-Uwe Schablon: Ja, Erzieherinnen können sich vielfältig weiterbilden. Es gibt zurzeit 79 frühpädagogische Studiengänge, 42 benennen den Begriff "Inklusion" innerhalb ihrer Modulstruktur, allerdings haben nur zehn Inklusion als Querschnittsthema angegeben. In den einzelnen Bundesländern gibt es etliche Beispiele, wie die Weiterbildung zur "Fachkraft für Inklusionspädagogik" in Hamburg, zur "Fachkraft für inklusive Pädagogik" an der FH Ludwigsburg, oder das berufsbegleitende Fernstudium: "Frühkindliche inklusive Bildung" an der Hochschule Fulda. Wichtig sind Qualität und Dauer der Angebote. Eine inklusive Haltung kann man nicht nach einem Wochenendseminar entwickeln. Und: Bei kurzen Angeboten liegt der Fokus eher auf den Schwierigkeiten. Dadurch entsteht schnell eine Umsetzungsskepsis bei den Erzieherinnen.
Dazu auf der didacta, 19.-23. Februar 2013 in Köln
Sonderschauen
Wege zur Inklusion 19.02. – 23.02.2013, Halle 7, Stand A28/B29
Veranstalter: Didacta Verband
Auf der Sonderschau werden die Besucher an Hand einer Fotoausstellung für das Thema informiert und sensibilisiert. Das Projekt soll animieren, die Notwendigkeit zu erkennen, sich mit der Thematik im Zusammenhang mit dem eigenen Tätigkeitsfeld auseinander zu setzen. In einem kleinen Forum auf der Fläche sollen Beispiele besonderer Förderung, wie sie derzeit praktiziert werden, dargestellt werden. Des Weiteren soll es einen Bereich zum Nachdenken und Reflektieren geben.
"Jedes Kind ein Könner"
19.02. – 23.02.2013, Halle 7, Stand B-068/C-069
Veranstalter: Waldorfpädagogik aktuell
Inklusion ist ein Ideal, das von Menschen verwirklicht werden muss. Die Idee der gleichberechtigten Partizipation aller Menschen am gesellschaftlichen Leben hat tief greifende Folgen für die Organisation von Schule und vor allem für die Grundidee vom Lernen. Inklusion kann nur funktionieren, wenn sich alle Schülerinnen und Schüler als Handelnde, also als "Könner" erleben, die täglich erfahren, dass sie auch mit Hindernissen fertig werden können. Bei der Inklusion geht es um nicht weniger als eine ganz neue Schulkultur, und dafür müssen alte Zöpfe fallen.
Als reine Wissensagentur hat die Schule längst ausgedient. Es geht schon längst nicht mehr um die bloße Akkumulation von Wissen, sondern um die Fähigkeit, dieses Wissen situationsbedingt zu erwerben, einzuordnen und zur Grundlage des eigenen Handelns machen zu können. Auch die Waldorfschulen erobern sich die Inklusion noch einmal neu. Es gehört allerdings seit jeher zu ihrem Selbstverständnis, Kinder und Jugendliche mit sehr unterschiedlichen Begabungen in gemeinsamen Klassen zu unterrichten. So konnten sie über Jahrzehnte Erfahrungen mit dem gemeinsamen Lernen sehr heterogen begabter Kinder und Jugendlicher sammeln und daraus eine Methodenvielfalt entwickeln, die den inklusiven Unterricht sehr begünstigt. Zu dieser Methodenvielfalt gehören auch zahlreiche künstlerische und handwerkliche Erfahrungsfelder, die weit über die reine Stoffvermittlung hinausgehen.
Der Weg des Lernens führt an Waldorfschulen fast immer vom eigenen Handeln (Selbstwirksamkeit) über die künstlerisch-kreative Bearbeitung des Stoffes bis zur eigenständigen Begriffsbildung. Lernen wird daher nicht primär als Wissensanhäufung, sondern als persönlicher Aneignungs- und Gestaltungsprozess erlebt. Dass die kulturelle und musisch-ästhetische Bildung einen unverzichtbaren Bestandteil der Persönlichkeitsbildung darstellt, wird vom Nationalen Bildungsbericht 2012 eindrucksvoll belegt. Die Sonderschau zeigt innovative Ansätze für einen handlungsorientierten Unterricht. Wie können die Schülerinnen und Schüler das Lernen als Entdeckungsreise kennenlernen, als Reise, die ein Leben lang anhält? Praktische Beispiele aus dem Unterricht zeigen, wie selbstbewusstes Handeln und angstfreies Lernen unmittelbar zusammengehören.
Dass ganzheitliche Lernansätze auch für Schüler aus bildungsfernen Elternhäusern zu signifikanten Lernerfolgen führen, zeigt eine wissenschaftliche Evaluation der Arbeit der Interkulturellen Waldorfschule in Mannheim, ebenso wie die seit vier Jahren in Berlin erprobte Praxis der Gemeinschaftsschulen. Das Motto der inklusiven Förderung heißt daher: Jedes Kind ein Könner!
Forum Unterrichtspraxis Halle 9, Stand D30/E31
Fachgespräch "Inklusion im Englischunterricht"Dienstag, 19. Februar 2013, 11.00 bis 12.00 Uhr
StD a.D. Otfried Börner, The English Academy Stefanie Phlippen, Studienrätin an Sonderschulen Prof. Dr. Karin Vogt, PH Heidelberg, The English Academy
Mit der Unterzeichnung der Behindertenrechtskonvention verpflichtete sich die Bundesrepublik Deutschland zu dessen Umsetzung. Damit werden alle am Bildungsprozess Beteiligten vor enorme Herausforderungen gestellt. In einem Fachgespräch versuchen drei an unterschiedlichen Stellen mit dieser Aufgabe Befasste auf der Grundlage von allgemein- und schulpädagogischen Implikationen die besonderen Lösungsansätze für den Englischunterricht zu diskutieren. Dazu gehören insbesondere Fragen der Unterrichtsorganisation, der erforderlichen Lehr- und Lernmittel und unverzichtbarer Gelingensbedingungen.
Schritt für Schritt zur Inklusion
Donnerstag, 21. Februar 2013, 11.30 bis 12.30 Uhr
Gundula Dechow, Regel- und Sonderschullehrerin, FörderschwerpunktHören und Sprache
Katja Tews-Vogler, Gymnasial- und Sonderschullehrerin, Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, tätig am Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein
Schritt für Schritt zeigen die Referentinnen einzelne Handlungsmöglichkeiten hin zu einer inklusiven Schule und einem inklusiven Unterricht auf. Sie erläutern, wie man kontinuierlich seinen Unterricht und seine Schule so verändern kann, dass Inklusion möglich ist und sich bereichernd auswirkt. Inklusive Pädagogik soll ALLEN Kindern gerecht werden: nicht nur denjenigen, die Migrationshintergrund haben oder durch soziale, psychische sowie andere Gründe am Lernen gehindert werden. Auch Hochbegabte, Kinder, die schneller lernen, die spezielle Kompetenzen oder Erfahrungshorizonte haben, benötigen andere Angebote als ihre Mitschüler. Diesem Anspruch gerecht zu werden und dennoch mögliche Entlastungseffekte für den Unterrichtsalltag zu nutzen, ist Gegenstand dieser Veranstaltung. Es geht um die Reflexion persönlicher Einstellungen, institutionelle Rahmenbedingungen und Unterrichtsentwicklung. Förderung des individualisierten Lernens in Deutsch, Englisch und Mathematik im
Spannungsfeld zwischen Bildungsstandards und Inklusion
Freitag , 22. Februar 2013 15.00 bis 16.00 Uhr
Bert Kerstin, Fachleiter am Studienseminar Bonn und Lehrer an der Gesamtschule Bonn-Beuel (Englisch)
Barbara Neißer, ehem. Fachleiterin, gegenwärtig als Moderatorin in der Lehrerfortbildung tätig und 2. Vorsitzende des Instituts für Teamarbeit und Schulentwicklung (Köln) (Deutsch)
Wolfram Schmidt, Fachmoderator und didaktischer Leiter einer Gesamtschule Wuppertal (Mathematik)
In dieser Veranstaltung soll an Beispielen aus den drei Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik gezeigt werden, welche Elemente für einen auf Individualisierung angelegten Unterricht förderlich sind: Das beginnt bei der Grundeinstellung der Lehrenden, die den Lernenden bewusst die Verantwortung für Phasen des Lernprozesses übertragen, setzt sich in der entsprechenden Strukturierung des Unterrichts fort, verlangt ein differenziertes Curriculum, diagnostische Kompetenz der Lehrenden, eine auf Individualisierung ausgelegte Aufgabenkultur und nicht zuletzt eine veränderte Form der Leistungsmessung.
"Unterrichtsstörungen inklusive?"
Chancen effektiven Classroom Managements fur Inklusion
Samstag, 23. Februar 2013 14.00 bis 15.00 Uhr
Prof. Dr. Thomas Hennemann, Universität zu Köln, Lehrstuhl für Erziehungshilfe, Department für Heilpädagogik
Prof. Dr. Clemens Hillenbrand, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Lehrstuhl für Pädagogik und Didaktik bei Beeinträchtigungen des Lernens, Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik
Wie kann ich allen Schülern eine unterstützende Lernumgebung bieten? Nach internationalem Forschungsstand reduziert ein gutes Classroom Management die Unterrichtsstörungen, es trägt zu mehr Lernerfolg und einer besseren sozial-emotionalen Entwicklung der Schüler mit Unterstützungsbedarf bei. Der Vortrag zeigt effektive Handlungsweisen und deren Transfer in die (eigene) Praxis. Classroom Management, am besten mit den Schülern gemeinsam entwickelt, bildet einen Schlüssel für erfolgreiche Inklusion.
Forum Bildung, Halle 6, Stand D48/E49
Schule und GesellschaftDonnerstag, 21. Februar 2013, 14.00 bis 15.00 Uhr
Prof. Dr. Bernd Ahrbeck, Institut für Rehabilitationswissenschaft en der Humboldt-Universität zu Berlin
Prälat Prof. Dr. Dr. Peter Beer, Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising
Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen
n.n., neue(r) Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Düsseldorf
Das Thema Inklusion ist das bildungspolitische Thema der Stunde. Unsere komplexe Gesellschaft steht durch die Übereinkunft der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (BRK) vor vollkommen neuen Herausforderungen. Seit März 2009 ist die BRK gültiges Bundesrecht. Die Schlüsselbegriffe Heterogenität, Selbstbestimmung, Vielfalt und Normalisierungsprinzip sind die Triebfedern einer neuen Entwicklung. Diese Veränderungen in der Gestaltung des Zusammenlebens in Vielfalt und Verschiedenheit werden auf dem Podium debattiert.
Moderation: Daniel Schneider, WDR
Möglichkeiten und Grenzen in der Regelschule
Freitag, 22. Februar 2013, 12.00 bis 13.15 Uhr
Dr. Heinz Klippert, Erziehungswissenschaft liches Fort- und Weiterbildungsinstitut der Ev. Kirchen in Rheinland-Pfalz, Landau
Prof. em. Dr. Ulf Preuss-Lausitz, Institut für Erziehungswissenschaft Technische Universität Berlin
Der Inklusionsgedanke löst in der Lehrerschaft zwiespältige Reaktionen aus. Zu Recht! Nachdem die meisten Schulen die Integration noch nicht im Griff haben, wird mit dem Anspruch auf "Inklusion" gleich noch eins draufgesetzt. Kein Wunder also, dass viele Lehrkräfte ratlos bis gereizt reagieren – nicht zuletzt wegen der fehlenden Rahmenbedingungen. Hier setzt die Gesprächsrunde an, um nach machbaren Perspektiven zu suchen: Was muss in der Lehrerbildung an sonderpädagogischer Kompetenz hinzugefügt werden? Welche Lehrerfortbildung muss angeboten werden? Welche personellen und materiellen Voraussetzungen zur Inklusion müssen geschaffen werden? Welche Ängste bei Lehrkräften und Eltern löst der Inklusionsbeschluss aus, der übrigens komplette Zustimmung in Bundestag und Bundesrat gefunden hatte?
Moderation: Peter E. Kalb, Redakteur der Zeitschrift "Pädagogik"
Inklusion: Wie geht´s?
Samstag, 23. Februar 2013, 11.00 bis 12.15 Uhr
Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung
Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen
Prof. em. Dr. Klaus Klemm, Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Duisburg-Essen
Hans-Peter Vogeler, Vorsitzender des Bundeselternrates
Die Gesellschaft insgesamt, besonders aber die Schule, tut sich schwer mit der Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention. Häufig gibt es keine personellen und materiellen Ressourcen zur Verwirklichung der Inklusion: Lehrkräfte und Schulbegleitpersonen fehlen oft, die Schulträger sind finanziell überfordert. Ein Anfang kann heute gelingen, wenn es eine Verständigung über die Ziele in der nahen Zukunft gibt: Lehrkräfte mit sonderpädagogischen Kompetenzen, eine Infrastruktur mit qualifizierten Fachleuten, geeignete Fortbildungen, angepasste und differenzierte Schulbücher.
Moderation: Peter E. Kalb, Redakteur der Zeitschrift "Pädagogik"
Markplatz Beruf ist Zukunft Halle 9, Stand A28/B29
Inklusion in den beruflichen SchulenMittwoch, 20. Februar 2013, 13.00 bis 13.45 Uhr
Manfred Hinz, Fachseminarleiter Sonderpädagogische Fachrichtungen, Dozent für Inklusion in der Lehrerweiterbildung
Verschiedene nationale und internationale Entwicklungen führen dazu, dass sich die beruflichen Schulen auch zu inklusiven Schulen entwickeln sollen. Aus spezifischen Forderungen lassen sich notwendige Maßnahmen ableiten, die den Schwerpunkt des Vortrags bilden: rechtliche Grundlagen und lokale Vernetzungen für Reha-Förderung, soziales Lernen initiieren, schwache Lerner anlernen, Schulentwicklung, sonderpädagogische Handlungskompetenzen entwickeln.
Kita-Seminare
Workshop 6: Inklusion live erleben- den Entwicklungsprozess gestalten22.02.2013, 15:30 – 17:00 Uhr
Rheinsaal 2, Congress Centrum Nord
Referentinnen: Waltraud Istas-Schäfer, Helga Weiß
Was heißt Inklusion und welche Bedeutung hat das Thema für die Kita? Wie unterscheiden sich Inklusion, Segregation, Exklusion und Integration voneinander? Was ist der Index für Inklusion und wie kann er in der Kita eingesetzt werden? Welche Phasen gibt es in einem inklusiven Entwicklungsprozess? So lauten die Fragen dieses Workshops. Methodisch werden neben der visuellen Darstellung der Inhalte in interaktiven Sequenzen mittels Übungen, Reflexion und einem World Cafe-Prozess die Inhalte vermittelt und mit Beispielen aus der Praxis angereichert.
Workshop 2: Baustelle Inklusion- Beteiligungsrechte von Kindern anerkennen und sichern
22.02.2013, 13:30 – 15:00 Uhr
Rheinsaal 2, Congress Centrum Nord
Referentin: Petra Wagner
Inklusion zielt auf Bildungsgerechtigkeit, indem Barrieren erkannt und abgebaut werden, die kindliche Bildungsprozesse behindern. Das ist leichter gesagt als getan, verlangt es doch eine genaue Aufmerksamkeit auf mögliche Hindernisse, z.B. in den alltäglichen Abläufen und in der Kommunikationskultur einer Kita. Auch die Formen der Beteiligung sind daraufhin zu überprüfen, inwiefern sie inklusiv sind, es also Kindern mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen und Lernzugängen ermöglichen, sich in Entscheidungsprozesse einzubringen. Im Workshop wird nach einer Einführung in den Zusammenhang dieser Frage nachgegangen, indem Praxisbeispiele aus der Fachstelle KINDERWELTEN analysiert und diskutiert werden. Ziel ist eine vertiefte Sensibilisierung für den Anspruch Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung, eine inklusive pädagogische Praxis mit jungen Kindern zu realisieren, der es gelingt, "Vielfalt zu respektieren und Ausgrenzung zu widerstehen".
Workshop 1: Inklusion in der Kita- auf dem Weg zur Realisierung eines Rechts
22.02.2013, 13:30 – 15:00 Uhr
Rheinsaal 1, Congress Centrum Nord
Referentin: Daniela Kobelt Neuhaus
Kindertageseinrichtungen sind meist die ersten institutionellen Bildungsorte für Kinder und Familien und damit bedeutsame Weichensteller für inklusives Denken und Handeln. Hier lernen Kinder und Eltern gemeinsam mit den Fachkräften den individuell und kollektiv Gewinn bringenden Umgang mit einer großen Vielfalt an individuellen Kompetenzen und familiären Voraussetzungen. Im Workshop suchen wir nach jenen Faktoren, die den inklusiven Anspruch nach Chancengerechtigkeit befriedigen. Inklusion und Teilhabe sind Querschnittsthemen, die alle politischen und gesellschaftlichen Bereiche betreffen. Wie kann es dann gelingen, in der Kita für Kinder mit Behinderung und ihre Familien eine angemessene interdisziplinäre und individuelle professionelle und strukturelle Unterstützung aus einer Hand vorzuhalten?
Aktionstag: Inklusion praktisch
22.02.2013, 10:00 – 13:15 UhrKonrad-Adenauer-Saal, Congress Centrum Nord
Veranstalter: KTK-Bundesverband, BETA, Didacta Verband der Bildungswirtschaft
"Es ist normal verschieden zu sein Inklusion "- etliche Kitas haben sich bereits auf den Weg gemacht, damit dieser Satz für Kinder, Eltern, Erzieherinnen und Erzieher in ihren Einrichtungen selbstverständlich wird. Was aber heißt Inklusion, was bedeutet "inklusive Pädagogik" und wer ist dafür verantwortlich, dass die "gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben" auch in Tageseinrichtungen für Kinder außer Frage steht?Das Fachforum der beiden kirchlichen Kitaverbände gibt Impulse dafür, wie sich Erzieherinnen und Lehrer, Leiterinnen und Leiter sowie die Träger dieser Anforderung stellen können. Dabei geht es nicht nur um die Frage, welche strukturellen Voraussetzungen geschaffen sein müssen, um dem Auftrag gerecht zu werden, die Entwicklung jedes Kindes zu fördern und Benachteiligungen auszugleichen. Vielmehr geht es auch darum, den Blick zu öffnen für die bereichernde Verschiedenheit von Kindern und Erwachsenen im Lebensraum Kita.
Mit Pfarrer Rainer Schmidt und Professor Kai-Uwe Schablon wurden zwei Experten gewonnen, die sich dafür stark machen, Inklusion als persönliche, Ausgrenzung verhinderde Haltung zu verbreiten. Sie zeigen auf, wo Ausgrenzung beginnt und wie es gelingen kann, die Verschiedenheit von Menschen für reichhaltige und vielfältige Beziehungen zu nutzen, die unverzichtbare Merkmale eines gerechten und friedlichen Zusammenlebens im Sozialraum sind.Der KTK-Bundesverband und die Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder (BETA) möchten mit dieser Veranstaltung ermutigen, den Weg zu einer inklusiven Gesellschaft in ihren Kindertageseinrichtungen zu beschreiten.
Programm:
- 10.00-10.30 Uhr: Begrüßung; Konrad-Adenauer-Saal, Prof. Dr. mult. Wassilios E. Fthenakis, Präsident des Didacta Verbandes der Bildungswirtschaft; Frank Jansen, KTK Bundesverband
- 10.30-11.10: Vortrag: Veränderung fängt in den Köpfen an. Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung der Erzieherinnen und Erzieher, Prof. Dr. Kai-Uwe Schablon, Katholische Hochschule NRW, Münster
- 11.15-13.00 Uhr: Impulsvortrag mit Forum: Da kann ja jeder kommen. Warum Inklusion für Kinder, Erzieherinnen und Erzieher gut ist, Pfarrer Rainer Schmidt, Dozent am Pädagogisch-Theologischen Institut, Bereich Integrative Gemeindearbeit, Bonn
- 13.00-13.15 Uhr: Schlussbemerkung, Gerlinde Gehl, Vorstand BETA
Der Aktionstag ist kosten- und anmeldepflichtig. Preis: 29,- Euro. Die Eintrittskarte umfasst die Teilnahme am Aktionstag mit den Vorträgen, den Besuch der Messehallen und die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs (VRS-Ticket). Anmeldeschluss: 1. Februar 2013. Die Anmeldung unter www.didacta.de/
Keine Kommentare vorhanden