Jugendminister Holger Rupprecht fordert verstärkte Kontrollen und eine bessere Zusammenarbeit der Institutionen beim Kinderschutz

Jugendminister Holger Rupprecht fordert verstärkte Kontrollen, eine bessere Zusammenarbeit der Institutionen beim Kinderschutz und eine effizientere Fehleranalyse.

24.11.2006 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

"Die Jugendhilfe ist vorrangig auf Hilfe und Unterstützung der Familien ausgerichtet. Allerdings zeigen die in der Öffentlichkeit bekannt gewordenen Fälle von Kindesmisshandlungen, dass diese Hilfe und Unterstützung durch eine klare Kontrollstruktur ergänzt werden müssen. Der heutige Beschluss der Jugendminister betont deshalb die Notwendigkeit, die Hilfen in diesen Fällen nicht nur als Angebot zu sehen, das die Eltern auch ablehnen können, sondern Hilfen mit Kontrollmechanismen zu verbinden. Die Ämter müssen schneller und effizienter als bisher eingreifen können Im Land Brandenburg laufen dazu bereits Fortbildungen, um die Mitarbeiter in den zuständigen Behörden dafür besser vorzubereiten und zu sensibilisieren.“

Ein weiterer wichtiger Aspekt, so Rupprecht, ist die kontinuierliche Zusammenarbeit aller Institutionen, die mit Kinderschutz zu tun haben. "Die Zusammenarbeit von Jugendämtern, Gesundheitsdiensten, Polizei, Kindertagesstätten, Schulen, Gerichten, Frauenhäusern und ähnlichen Einrichtungen ist eine wichtige Voraussetzung für effektiven Kinderschutz. Darauf verweist auch der heutige Beschluss der Jugendministerkonferenz. Ich habe bereits im Frühjahr gemeinsam mit mehreren Ministerien sowie den kommunalen Spitzenverbänden eine Empfehlung für die Zusammenarbeit zur Verbesserung des Kinderschutzes in Brandenburg vorgelegt, in der unter anderem gemeinsame Fortbildungen angeregt werden. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass allen mit Kinderschutz befassten Akteuren klar gemacht wird, dass Kinderschutz vor Datenschutz geht. Datenschutz kann auf keinen Fall als Entschuldigung genutzt werden, untätig zu bleiben.“

Ebenso wichtig sei eine effizientere Fehleranalyse in den Fällen, in denen Kinder in ihren Familien zu Schaden gekommen sind, sagt Rupprecht. "In die Analyse müssen sowohl die Arbeitsstrukturen innerhalb der betroffenen Ämter als auch die Formen der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Stellen sowie die Unterstützung und Fortbildung der zuständigen Fachkräfte einbezogen werden. An solchen Fehleranalysen hat es in der Vergangenheit häufig gefehlt.“

Der Jugendminister erklärt, dass er im kommenden Jahr als Vorsitzender der Jugendministerkonferenz darauf drängen wird, den Schutz von Kindern weiter zu verbessern. "Das liegt mir besonders am Herzen. Wir müssen alles dafür tun, damit solche Fälle wie Kevin in Bremen oder auch Dennis vor einigen Jahren in Brandenburg nicht mehr vorkommen. Dazu bedarf es auch weiterer Unterstützungsmaßnahmen für Eltern.“

In diesem Zusammenhang begrüßt Holger Rupprecht ausdrücklich die heute beschlossene Fusion der Konferenzen der Jugend- und Familienminister der Länder. "Die beiden Bereiche sind nicht zu trennen. Kinder- und Jugendschutz ist ohne die enge Einbeziehung von Familien undenkbar. Dazu bietet die Fusion eine wichtige Voraussetzung.“


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