"Keine neuen Schulbücher"

(bikl) "Derzeit gehen wir davon aus, dass es keine neuen Schulbücher geben muss", erklärte heute der Vorsitzende des Verbands der Schulbuchverlage (VDS Bildungsmedien), Dr. Gerd-Dietrich Schmidt, gegenüber dem Fernsehsender N24. Zuvor hatte die Kultusministerkonferenz die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung als verbindliche Grundlage für den Rechtschreibunterricht an allen Schulen erklärt.

03.06.2005 Artikel
  • © VdS

Allerdings: So ganz in trockenen Tüchern ist die neue Rechtschreibung noch nicht - hat doch die KMK für mögliche Änderungsvorschläge des Rats für deutsche Rechtschreibung, der ebenfalls heute tagt, ein Hintertürchen offen gelassen. Dies betrifft die Getrennt- und Zusammenschreibung, Worttrennung und Interpunktion. So sollen nach den Vorschlägen des Rechtschreibrats wieder mehr Wörter zusammengeschrieben werden und es soll eine stärkere Orientierung am Sprachgebrauch der Menschen erfolgen, erläuterte der Vorsitzende des Gremiums, der frühere bayerische Kultusminister Hans Zehetmair (CSU) heute in Mannheim. Hier, so die KMK, sei bei der Bewertung Toleranz gefragt - und das heißt: "Die vor 1996 geltenden Schreibweisen werden bis auf Weiteres nicht als falsch markiert und bewertet."

"Bis auf Weiteres" deswegen, weil nach den Beschlüssen des Rats und vor einer möglichen Bestätigung oder Ablehnung durch die KMK öffentliche Anhörungen von Verbänden geplant sind. Für Schüler und Lehrer bedeutet das: Größere Spielräume oder größere Verunsicherung, je nach Blickwinkel.

Insgesamt hat sich aber die Aufregung um die Rechtschreibreform deutlich gelegt - selbst der niedersächsische Kultusminister hatte heute als einer der Ersten den Beschluss der Kultusministerkonferenz zur Rechtschreibreform begrüßt. Noch im vergangenen Jahr hatte sein Chef, der niedersächsiche Ministerpräsident Wulff, entscheidend zur Neuauflage der Debatte um das richtige Schreiben beigetragen.

Dr. Gerd-Dietrich Schmidt empfahl heute in Sachen Bildungsdiskussion einen Blick über den Tellerrand. "Andere Länder sind da viel gelassener und ich denke auch, dass wir eigentlich im Bildungssystem ganz andere Probleme zu lösen haben, als um bestimmte Schreibungen von Wörtern so zu streiten, wie wir es in den letzten Jahren getan haben."


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden