Landesregierung NRW stellt fest: Anteil der Erzieher in Tageseinrichtungen geht zurück
11.01.2012 Artikel
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Der Anteil der Erzieher in NRW ist rückläufig. Dieses Ergebnis wird in der Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Schulze Föcking und Astrid Birkhahn (CDU) deutlich, die nach dem Anteil der Erzieher in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege gefragt hatten.
In der Fragestellung wird darauf hingewiesen, dass aus der Regierungskoalition selber die geringe Wertschätzung, die geringe Reputation und die geringe Bezahlung als Mangel angesehen wurde, aber bisher keine entsprechenden Initiativen erkennbar seien, diesen Unzulänglichkeiten zu begegnen.
Die Ministerin Schäfer weist in der Antwort darauf hin, dass die als Maßnahme der Landesregierung die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen mit dem 1. KiBiz-Änderungsgesetz verbessert worden seien und weitere Verbesserungen in der 2. Stufe folgen.
Bezogen auf die Gesamtentwicklung im Zeitraum 2007 - 2011 ist der Anteil der Erzieher zwar von 1.202 auf 1.403 Personen gestiegen, jedoch der Anteil von 2,45 auf 2,35 % gesunken.
Die Entwicklung für die Jugendamtsbezirke ist in der Anlage zu der Drucksache 15/3694 dargestellt.
Kommentar:
In der Beantwortung der Kleinen Anfrage wird deutlich, dass mit der Veränderung der Rahmenbedingungen (Haushaltskürzung 2006, Verschlechterungen durch das KiBiz ab 1.8.2008) nicht die Attraktivität des Arbeitsfeldes so gesteigert werden konnte, dass verstärkt Männer im Bereich der Elementarpädagogik tätig geworden sind. Sie haben "gescheckt", dass hinter den Worthülsen von Versprechungen faktisch eher weitere Verschlechterungen steckten. Diese haben sich u.a. darin ausdrückt, dass die Pauschalen nichtmal die tatsächlich entstehenden Personalkosten abdeckten und daher viele Träger restriktiver handelten, in dem eher befristete Verträge und Teilzeittätigkeiten angeboten wurden. Solche Angebote "locken" nicht unbedingt Berufseinsteiger, zumal jeder zweite Arbeitsplatz in Teilzeit besetzt wird und die durchschnittliche Arbeitszeit bei nur 26 Stunden im Jahr 2009 lag.
Dass die Ministerin die in der 1. Stufe erfolgte Veränderung der Rahmenbedingungen als Verbesserung bezeichnet, ist zwar zutreffend, aber in Bezug auf die Wirkung der U-3-Zusatzergänzungskraftstunden eher ein "Witz", zumal damit nur die Vergütung von Ergänzungskräften abgesichert ist und überhaupt keine Kompensation der Verschlechterungen darstellt, die die rot-grüne Landesregierung vor 2005 vorgenommen hat und zusätzlich mit dem KiBiz noch "verbessert" wurde.
Wenn in der zweiten Stufe erneut nur solche Placebos vorgesehen sind, zumal in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2015 mit 390 Mio. Euro nur eine Fortschreibung der bisherigen Summe für Veränderungen ausgewiesen ist, sind keine "großen Sprünge" zu erwarten. Nun darf aber auch nicht angenommen werden, dass diese Summe für qualitative Verbesserungen bereit steht. Daraus werden die Mehraufwendungen für den U-3-Bereich und auch die Erstattungen für die Beitragsfreistellung im Jahr vor der Einschulung abgedeckt.
Es ist zu hoffen, dass die Regierungskoalition ihrer Einschätzung, dass die Rahmenbedingungen unzulänglich sind, endlich Taten folgen lässt.
PS: Ist die Überschrift in dem beigefügten Artikel der WR vom Tage nicht interessant: "Männerquote bei Erziehern in Kitas geht weiter zurück." Scheinbar lösen sich Männer auf oder verändern ihr Geschlecht!
Weiterführende Links
- Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage Männer in Kitas
- DER WESTEN berichtet 11.1.2012
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