Mehr Bildung in den Kitas

(bikl) Zu den Highlights des Rahmenprogramms auf der didacta zählte die Expertenrunde zum Thema "Bildungspläne in der Frühpädagogik. Dort diskutierten Prof. Dr. Dr. Dr. Wassilos Emmanuel Fthenakis, Leiter des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München, Xenia Roth, vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz, Dr. Christina Preissing von der Freien Universität Berlin und Prof. Dr. Gerd E. Schäfer von der Universität Köln.

03.03.2005 Artikel

Für Professor Fthenakis und Xenia Roth ist die Demokratisierung des Bildungsplans entscheidend "Bildung ist Produkt eines Austauschprozesses, weil es keine Trennung von Entwicklung und Bildung gibt. Deshalb müssen die Eltern das Primat der Erziehung auch in Bildungsinstitutionen behalten", so Fthenakis. Auch Xenia Roth plädierte für die Ausarbeitung der Bildungsempfehlung gemeinsam mit Eltern und Trägereinrichtungen. "Dadurch wird auch ein Übersetzungsprozess von Fachleuten zu den Eltern geleistet, der sich positiv auswirkt, denn das schulfähige Kind braucht auch eine kindfähige Schule."

Dr. Preissing hingegen betonte: "Für uns ist das Recht des Kindes auf Selbstbestimmung wichtig, und die Anleitung zu Solidarität und Verbundenheit – wir wollen auch ein kollektives Bewusstsein schaffen und kulturelle Zugehörigkeit herausbilden und fördern. Bildungsziele sind bei uns keine Lernziele für die Kinder, sondern Richtlinien für die pädagogisch handelnden Erwachsenen."

"Für mich ist Bildung immer auch Beziehung, und zwar mit der Umwelt, Gedanken und den verschiedenen Personen, wobei hier zwischen Erwachsenen und Kindern unterschieden werden muss", erklärte Prof. Schäfer. "Daraus ergibt sich für mich und den Bildungsplan, dass der Alltag in Kindertagesstätten so strukturiert werden muss, dass er die Bildung nicht verhindert."

Doch das allgemeine Bekenntnis zur frühkindlichen Bildung steht noch deutlich im Widerspruch zur Realität. "Leider hat die Politik in Deutschland oft noch kein Verständnis von dem was in der Praxis der Kindertagesstätten geleistet wird und mit sehr geringen Geldmitteln geleistet werden muss", erklärte Xenia Roth abschließend.


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