Minister und Staatssekretär lesen in Kindertagesstätten
Der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, hat im Rahmen des bundesweiten Vorlesetags der Stiftung Lesen im Integrativen Montessori-Kinderhaus St. Martin in Gießen einer Gruppe von zwölf Jungen und Mädchen aus dem Buch "Juli tut Gutes" von Jutta Bauer und Kirsten Boie vorgelesen. Staatsekretär Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard hatte für seine Lesung in der Städtischen Kindertagesstätte Hölderlinstraße in Groß-Gerau den Band "Silvester und der Zauberstein" von William Steig ausgewählt. Im Rahmen dieser Aktion lesen alle Staatsministerinnen und Staatsminister sowie die Staatssekretärin und alle Staatssekretäre der Landesregierung in insgesamt 20 Einrichtungen wie Krippen, Kindergärten, Horten und Schulen in ganz Hessen aus den beliebtesten Kinderbüchern vor. Damit beteiligt sich erstmals eine gesamte Landesregierung an dem bundesweiten Vorlesetag.
17.11.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst"Wir wollen das Verständnis dafür schärfen, wie wichtig Lesen für die Sprachkompetenz und damit für die gesamte Entwicklung junger Menschen ist", sagte Minister Corts. Lese- und Sprachkompetenz seien wesentliche Merkmale der Persönlichkeitsentwicklung und Voraussetzungen dafür, um in der Schule folgen und später im Beruf erfolgreich sein zu können. Der Erwerb der Sprachkompetenz sei daher ein wichtiger Baustein des Bildungs- und Erziehungsplans der Hessischen Landesregierung für Kinder von 0 bis 10 Jahren, der gegenwärtig an Modellstandorten erprobt und anschließend landesweit umgesetzt werde.
Der jährliche bundesweite Vorlesetag der Stiftung Lesen im November ist Höhepunkt der Initiative "Wir lesen vor – überall & jederzeit". Die Hessische Landesregierung engagiert sich unter der Federführung des Sozialministeriums seit 2001 in vielfältiger Weise für Projekte der Stiftung Lesen. So wurde im Rahmen des Projekts "Vorlesepaten für Hessen" (2001/2002) in eintägigen Vorlese-Seminaren ehrenamtliche Vorlesepaten für Kindertagesstätten ausgebildet. Dieses Netz wurde in den folgenden beiden Jahren kontinuierlich ausgebaut. Von den bundesweit mittlerweile knapp 9.000 Vorlesepaten stammen 1.860 aus Hessen, das sich damit zum Vorleseland Nr. 1 entwickelt hat und beispielhafte und nachahmenswerte Wege in der Lese- und Sprachförderung geht.
Mit dem Projekt "Gemeinsam lesen – gemeinsam lernen" wurden voriges Jahr ehrenamtliche Vorleser/innen, Eltern und Erzieher/innen angesprochen, um die für die Entwicklung der Kinder im Vorschulalter wichtigsten Bezugsgruppen einzubeziehen. In halbtägigen Fortbildungen wird ihnen dabei das Know-how für eine wirkungsvolle Sprachförderung in Familie und Kindertageseinrichtungen vermittelt.
Das aktuelle Projekt "Kleine Mädchen lesen – kleine Jungen auch!" richtet sich an Eltern sowie Betreuerinnen und Betreuer, die in gemeinsamen halbtägigen Fortbildungen Unterstützung bei der Förderung der Sprach- und Lesefähigkeit der Kinder erhalten. Im Vordergrund steht dabei, Kinder möglichst früh und kontinuierlich an geeignete, ihren jeweiligen Interessen und Lesevorlieben entsprechenden Lesestoff heranzuführen und sie zum spielerischen Umgang mit Sprache anzuregen. Ziel ist die optimale Förderung individueller Fähigkeiten der Kinder. Die Erwachsenen sollen sich dabei aber auch ihrer Rolle als Lesevorbild bewusst werden und diese Aufgabe als Chance begreifen.
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