Mit einer "integrativeren Ausbildung" zur "Meisterschaft der Methodik"
(bikl) Die Ausbildung zur Lehrtätigkeit müsse integrativer geschehen. Diese Einschätzung teilten heute auf ihrer gemeinsamen Pressekonferenz Oliver Arlt (Vorsitzender ADJ), Ludwig Eckinger (Vorsitzender VBE) und Jörg Bölke (ADJ Brandenburg).
04.10.2004 ArtikelAufmerksam beobachtet der VBE dabei den Einzug von konsekutiven Bachelor- / Master-Studiengängen. Wie in Potsdam praktiziert, teilen sich diese Studiengänge in eine rein fachliche Bachelor-Ausbildung und einen Pädagogik- und Praktikumsanteil im Master-Anteil. In NRW konnte dieser Weg "erfolgreich verhindert werden", so Eckinger. Die Ausbildung müsse im Gegenteil integrativer werden. Auch Arlt forderte eine "Vernetzung von Uni, Referendariat und Fortbildung". Arlt erinnerte sich an den ersten Tipp eines Kollegen während des Praxisanteils: "Vergiss, was du an der Uni gelernt hast, jetzt ist Schule." Progressive Methoden als Alternative zum Frontalunterricht würden an den Unis zwar "besprochen aber nicht durchgespielt."
Auch für Eckinger zählt "Kompetenz mehr als Inhalte" und er fordert eine "Meisterschaft der Methodik". Bölke sieht die Gefahr des konsekutiven Ansatzes auch darin, dass zu Zeiten des Lehrermangels die Inhaber der Bachelor-Ausbildung quasi als 'Lehrer-light' eingesetzt werden könnten.
Mit gleicher Sorge betrachte man die fortschreitende Einsetzung von Seiteneinsteigern, an manchen Schulen stellten sie schon bis zu einem Drittel des Kollegiums. Eine angemessene Qualifzierung dieser Lehrkräfte finde aber häufig nicht statt. "Die Zeit dazu fehlt." Diese Kollegen würden zwar häufig für "frischen Wind" sorgen, problematisch werde es aber, wenn der Seiteneinstieg als einziges Mittel zur Lösung des Lehrermangels benutzt würde. "Die Lehrtätigkeit soll eine Berufung sein" (Eckinger).
Wieder einmal wurde das "Lehrerleitbild" als wichtiger Punkt zur Stärkung des Berufsbildes genannt. Der VBE führe diese Diskussion im Verband sehr intensiv. Mehr Transparenz sei dabei eines der Ziele. Eine "Rechenschaftslegung" sei nötig. Mit Eltern solle "auf Augenhöhe" kooperiert werden. Die Autorität, die den Lehrern lange Zeit qua Amt anhaftete, sei obsolet. Es gehe zukünftig darum, die eigene Autorität ständig zu hinterfragen und neu zu erwerben.
Die Kampagne der KMK Anfang dieses Jahres zur Stärkung des Lehrerimages (www.ticket-in-die-zukunft.de), sei zwar leider zu großen Teilen "unter Ausschluss der Öffentlichkeit" (Eckinger) verpufft. Dennoch plane die ADJ für das Frühjahr 2005 eine eigene Kampagne.
Hintergrund: Weltlehrertag
Der Weltlehrertag geht zurück auf einen Beschluss von UNESCO, ILO und Education International (EI), der Weltvereinigung der Lehrergewerkschaften.
Er findet jährlich am 5.Oktober statt und steht dieses Jahr unter dem Motto "Quality Teachers for Quality Education" - "Qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer für eine qualifizierte Bildung".
http://www.ei-ie.org/wtd/
Keine Kommentare vorhanden