MV: Einigung auf „Zukunftsplan Kita"
Heute (28.05.2026) haben sich die Initiator:innen des Volksbegehrens, Heiner Rebschläger, Katja Ross und Ulrike von Malottki, mit der Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf einen gemeinsamen „Zukunftsplan Kita" geeinigt.
28.05.2026 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung GEW Mecklenburg-VorpommernDieser beinhaltet die größte Qualitätsverbesserung in der Geschichte des Landes bis zum 1.1.2029 und die gemeinsame Verpflichtung auf die Erreichung wissenschaftlich gebotener Standards in der Kindertagesbetreuung in den darauffolgenden Jahren im Rahmen der haushalterischen Möglichkeiten des Landes. Konkret werden in den kommenden 20 Monaten alle Kinder des Landes in der Krippe, im Kindergarten und im Hort von einer verbesserten Förderung profitieren. Wichtig war den Initiator:innen auch ein schnelles Ergebnis, um konkret Arbeitsplätze zu retten und die gut ausgebildeten pädagogischen Fachkräfte zu halten. Das Ergebnis sieht vor, erstmals in der Geschichte des Landes, die Krippengröße bereits zum 1.1.2027 von 1 zu 6 auf 1 zu 5 zu senken. Zum 1. August 2027 soll die Gruppengröße im Hort, ebenfalls erstmals in der Geschichte des Landes, von 1 zu 22 auf 1 zu 21 sinken. Beide Qualitätsschritte sollen noch in dieser Legislatur im Juli ins KiföG aufgenommen werden. Zusätzlich vereinbart wurde zum 1.1.2028 eine Gruppenabsenkung im Kindergarten von 1 zu 14 auf 1 zu 13 und zum 1.1.2029 eine Gruppenabsenkung im Hort von dann 1 zu 21 auf 1zu 20. Ab 2030 werden gemeinsam weitere Schritte zu wissenschaftlichen Standards angestrebt.
Hierzu erklärt Heiner Rebschläger:
Wir konnten mit der Landesregierung die größte Qualitätsverbesserung in der Geschichte des Landes und eine Perspektive hin zu den von uns geforderten wissenschaftlichen Standards vereinbaren. Für unsere Initiative war von Anfang an wichtig, dass alle Kinder möglichst schnell profitieren müssen. Ein langwieriger Rechtsstreit hätte diesem Ziel im Weg gestanden. Wir vertrauen auf die mit der Ministerpräsidentin ausgehandelten Vereinbarung.
Ulrike von Malottki erklärt:
„Mit der heutigen Einigung verhindern wir ab dem 1.1.2027 flächendeckende Entlassungen und können unsere sehr gut ausgebildeten Fachkräfte für eine Verbesserung der Qualität für unsere Kinder halten. Auch Auszubildende bekommen mit der heutigen Einigung eine Perspektive auf eine Arbeit in der frühkindlichen Bildung. Ein langwieriger Rechtsstreit hätte das Risiko von Entlassungen in vierstelliger Höhe schon im Jahr 2027 bedeutet. Für uns war die schnelle Sicherheit und eine langfristige Perspektive zu Qualitätsverbesserungen von größter Bedeutung.“
Weitere Punkte des Zukunftsplanes Kita beinhalten die Gründung von runden Tischen zur Beschäftigungssicherung, Weiterbildungsmöglichkeiten für ENZ-Auszubildende und eine verbesserte Jugendhilfeplanung. Besonders wichtig für die GEW und den Kita-Landeselternrat sind der vereinbarte „Zukunftspakt Kita", die ergebnisoffene Prüfung der Einführung eines gesetzlichen Mindestpersonalschlüssels und die vereinbarte Bundesratsinitiative für mehr Unterstützung der frühkindlichen Bildung durch den Bund.
Hierzu erklärt Katja Ross: „Mit dem für fünf Jahre vereinbarten „Zukunftspakt Kita" gewährleisten wir Gespräche auf Augenhöhe bei der Umsetzung der Qualitätsmaßnahmen, der Weiterentwicklung unserer Kitas und bei der Gestaltung der demographischen Entwicklung. Für mich und die GEW besonders wichtig ist die ergebnisoffene Prüfung der Einführung des gesetzlichen Mindestpersonalschlüssels. Diese bietet die Möglichkeit zukünftig Ausfallzeiten wie Krankheit, Urlaub oder Weiterbildung verbindlicher zu regeln und die mittelbare pädagogische Arbeit mit einzubeziehen. Auch die Bundesratsinitiative sehe ich als wichtigen Schritt, denn eine höhere Bundesbeteiligung hatte schon unsere Petition „Jedes Kind zählt gefordert“.
Zusammen erklären die Initiator:innen: „Wir danken unserer Ministerpräsidentin für gute Verhandlungen auf Augenhöhe und unseren mittlerweile 150.000 Unterstützer:innen für ihren Rückenwind. Uns ging es immer um schnelle konkrete und nachhaltige Lösungen für unsere Kinder und für unsere Fachkräfte. Deshalb ziehen wir diese Einigung einem unsicheren Volksentscheid und einem möglicherweise langwierigen Rechtsstreit vor.“
Die drei Initiator:innen hatten das Volksbegehren als Privatpersonen gestartet. Unterstützt wurden sie dabei von ihren Gremien. Heiner Rebschläger ist Vorsitzender des Kita-Landeselternrates, Ulrike von Malottki ist eine der zwei Landesvorsitzenden der GEW MV, Katja Ross ist eine der Vorsitzenden des Vorstandsbereiches Jugendhilfe in der GEW MV.
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