Neue Bücher für die Grundschule
(bikl) Mehr Qualität in den Bildungsmedien kündigte der neu gegründete Schulbuchverlag Duden Paetec heute an. Nur einen Tag nachdem das deutsche Bildungssystem von der OECD schlechte Noten bekommen hatte, stellte der Verlag sein Programm vor. bildungsklick.de sprach in Mannheim mit dem Verlagsleiter Sachbuch des Bibliographischen Instituts, Ulrich Granseyer, mit dem Geschäftsführer des neuen Schulbuchverlags Duden Paetec, Dr. Gerd-Dietrich Schmidt, und dem Leiter der Grundschulredaktion, Max Kade.
15.09.2004 ArtikelEin Rekordtief für Schulbuchausgaben stellte der Verband der Schulbuchverlage im Frühjahr dieses Jahres fest, ein größer deutscher Schulbuchverlag beklagte kürzlich, dass nach der Rechtschreibreform die Deutschbücher wie Blei in den Regalen lägen und Sie gründen einen neuen Schulbuchverlag wie passt das zusammen?
Schmidt: Es gibt eine Tendenz, die uns Mut macht: Immer mehr Eltern leisten ihren Anteil an den Schulbüchern und mittlerweile haben wir einen stabilen, ja sogar gar leicht steigenden Markt. Wenn wir uns die OECD-Studie anschauen, dann sehen wir, dass in diesem Bereich eine deutliche Unterfinanzierung existiert. Das bedeutet, wenn wir in Deutschland im Bildungssektor mehr erreichen wollen, dann müssen wir auch dafür sorgen, dass mehr Geld in die Schulbuchausstattung fließt. Ich sehe ganz deutlich, dass das kommen wird, durch Öffentliche Mittel, aber vor allen Dingen dadurch, dass die Eltern immer mehr daran beteiligt werden.
Granseyer: Der zweite Grund: Die Marke Duden hat eine hohe Affinität zum Lernen insgesamt und wir sind bisher nicht im Hauptbereich des institutionalisierten Lernens, also der Schule, vertreten. Wir meinen, da kann Duden eine gute Rolle spielen, eine führende Rolle und die wollen wir genau an dieser Stelle.
Sie starten im kommenden Früjhjahr in den neuen Bundesländern mit Grundschulbüchern für die Fächer Deutsch, Mathe und Sachkunde. Warum haben Sie sich für diese Schulform entschieden?
Granseyer: Das hat zum einen etwas mit dem Markt zu tun. Das ist der größe Markt innerhalb des Schulbuchmarktes überhaupt - da sind noch alle Kinder zusammen. Zum anderen haben wir ein ganz hervorragendes Team gefunden, was sehr kompetent ist in der Entwicklung von Grundschullehrwerken. Mit diesen beiden Konzepten hoffen wir, erfolgreich sein zu können.
Kade: Wenn man Strukturen und Qualität ändern will, dann sollte man in der Grundschule anfangen, dem ersten Ort, wo Kinder beschult werden. Hier kann man sinnvoll ansetzen.
Was macht ganz konkret diese Qualität aus?
Kade: Vor der Frage standen wir natürlich auch. Wenn man das, was auf dem Markt ist, betrachtet, sieht man, dass es Bücher sind, die auch einer gewissen Genese unterlegen sind. Da spiegeln sich die Diskussionen der letzten zwanzig Jahre erkennbar in den Büchern wider. Wir können neu starten und an dem, was in der jetzigen Bildungsdiskussion relevant ist, ansetzen. Da ist zum Beispiel die Forderung, etwas stärker wegzugehen von dem Verspielten. Das heißt: Die Kinder ernst zu nehmen, die Lehrer ernst zu nehmen. Das sind die Punkte, an denen wir ansetzen. Lehrer sind zum Teil nicht in der Lage, die Leistungsfähigkeit der Schüler so zu beurteilen, wie es der Wirklichkeit entspricht. Da muss man ihnen ein Mittel an die Hand geben und sie auch fit machen im Umgang mit lernschwachen Schülern aber auch mit leistungsstärkeren Schülern, die oft ein bisschen untergehen. Das sind Komponenten die man jetzt in den Büchern neu etablieren und strukturell einbringen kann und zwar so verzahnt, dass es aus einem Guss ist - das ist unser Ziel.
Weiterführende Links
www.duden-paetec.de
www.duden.de
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