Neue Kita-Verordnung: Gemeindetag lässt "Geiz-ist-geil-Mentalität" freien Lauf

"Es ist höchste Zeit, dass der Gemeindetag seine "Geiz-ist-geil-Mentalität" ablegt, wenn es um die Rahmenbedingungen in den Kindertagesstätten geht", sagte Bernd Schauer, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zum Plädoyer des Gemeindetages für weitere Absenkungen der Standards in den Kindertagesstätten. "Wie wenig nimmt der Gemeindetag eigentlich noch die Wirklichkeit in den Kindertagesstätten wahr, wenn er sich zur Begründung größerer Gruppen allen Ernstes auf das Kindeswohl beruft?"

31.05.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Die Realität sieht so aus, dass die Landesregierung mit dem Entwurf einer neuen Kita-Verordnung wieder einmal Veränderungen bei den Kindertagesstätten plant, die eindeutig zu Lasten der Erzieherinnen gehen", sagte der GEW-Landesgeschäftsführer. Bisher dürften maximal fünfzehn Kinder in einer altersgemischten Gruppe betreut werden. Die Gruppe setze sich maximal aus zehn Kindern über drei Jahren und fünf Kindern unter drei Jahren zusammen. In Zukunft könnten bis zu 19 Kinder in eine altersgemischte Gruppe gesteckt werden. Anders als bisher dürften demnächst mehr als fünf Kinder unter drei zu einer Gruppe gehören. Abstriche gebe es auch bei den Fachkräften. Müssten bisher ab dem dritten Kind unter drei Jahren zwei "ganze" Fachkräfte in der Gruppe sein, solle das zukünftig erst ab dem fünften Kind gelten.

"Gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbänden, dem Verband evangelischer Kindertageseinrichtungen und der Landeselternvertretung wird sich die GEW deshalb massiv gegen diese weiteren Verschlechterungen in den Kindertagesstätten wehren", sagte Bernd Schauer.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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