Niedersachsen weitet Islamunterricht aus
(bikl) Niedersachsen will als erstes Bundesland flächendeckend Islam-Unterricht einführen. Wie die Neue Osnabrücker Zeitung heute berichtet, erklärte Kultusminister Bernd Busemann (CDU) am Mittwoch im Landtag in Hannover, die bisherigen Erfahrungen seien so gut, dass er schon jetzt über eine Fortführung des Modellprojekts entschieden habe. Deshalb sollen bereits zum kommenden Schuljahr muslimische Kinder an weiteren Schulen Unterricht in ihrer Religion bekommen.
18.11.2004 ArtikelFreiwilliges Angebot wird Pflichtfach
Seit 2003 läuft ein auf vier Jahre angelegtes Pilotprojekt an acht niedersächsischen Grundschulen. Das bislang freiwillige Angebot werde von bis zu 90 Prozent der muslimischen Kinder an den Schulen angenommen, erklärte Busemann. Mittlerweile würden in den acht Pilot-Schulen 300 Schüler aller vier Jahrgänge jeweils zwei Stunden pro Woche in Islamkunde unterrichtet. Im Kultusministerium wird nun ein Erlass vorbereitet, der das bislang 'Unterweisung' genannte Angebot auch offiziell zum Unterrichtsfach und damit zum Pflichtstoff für islamische Kinder macht.
Landesweites Angebot
Insgesamt leben rund 45000 schulpflichtige Muslime in Niedersachsen. Angestrebt wird laut Busemann ein landesweites Angebot an Schulen, die von vielen Muslimen besucht würden. Islamkunde sei ein wichtiger Beitrag zur Integration von Ausländern in Deutschland. Es sei besser, dass der Staat in Glaubensfragen unterrichte, als dass Koranschulen oder Prediger dies täten, erklärte der Minister.
Universität Osnabrück bildet Islamlehrer aus
An der Universität Osnabrück wurde in diesem Jahr ein Modellstudiengang zur Ausbildung deutschsprachiger Islamlehrer eingeführt. Er richtet sich an Lehrer mit Staatsexamen, die bekennende Muslime sind.
Weiterführende Links:
www.zeit.de/2004/25/C-Islamunterricht
mainland.virtuos.uos.de/virtuos/
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