Erzieherberuf

Quereinstieg ermöglicht verkürzte Erzieher:innen-Ausbildung in RLP

Nachdem Rheinland-Pfalz schon seit 2018 die berufsbegleitende Ausbildung für Erzieher:innen etabliert hat, gibt es seit dem Beginn des laufenden Schuljahrs 2024/2025 eine neue Variante: Junge Menschen können ihre Ausbildung nun von fünf auf vier Jahre verkürzen und damit schneller in einer Kita als voll ausgebildete Fachkraft arbeiten.

22.11.2024 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz
  • Kinder basteln an einem Tisch mit bunter Pappe. © www.pexels.com

„Wir brauchen Erzieherinnen und Erzieher, wir brauchen viele und wir brauchen sie zügig. Die verkürzte Ausbildung ist deshalb ein weiterer Meilenstein zur Gewinnung und Sicherung von Fachkräften für unsere Kitas – nachdem wir schon die berufsbegleitende Ausbildung etabliert haben und mit unserer Kampagne ,Werde Erzieherin oder Erzieher in Rheinland-Pfalz‘ für den Beruf werben“, sagte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig am Freitag bei einem Besuch der Berufsbildenden Schule II Sophie Scholl Mainz.

Dort und an weiteren BBS-Standorten in ganz Rheinland-Pfalz haben bereits rund 130 junge Menschen mit der verkürzten Ausbildung begonnen. „Das zeigt mir, dass wir einen Nerv getroffen haben, dass viele Interessentinnen und Interessenten für den Erzieherberuf auf diese Möglichkeit gewartet haben“, sagte Hubig weiter. „Das ist ein gutes Signal und wird dieses Berufsfeld noch attraktiver machen. Wenn wir auf diese Weise mehr qualifiziertes Personal gewinn und es schneller in unseren Kitas arbeiten kann, dann ist das eine Win-Win-Situation: Es profitieren die Einrichtungen mit ihren Trägern, die Eltern und natürlich die Kinder. Denn ganz wichtig ist: Es kümmern sich weiter absolute Expertinnen und Experten um sie. Wir machen bei Inhalt und Qualität der Ausbildung keinerlei Abstriche.“

Der klassische Weg der Absolventinnen und Absolventen sieht dann so aus: Zunächst besuchen Sie – wie bisher auch – für zwei Jahre die Höhere Berufsfachschule und werden dort zu Sozialassistentinnen oder Sozialassistenten ausgebildet. Die folgende berufsbegleitende Erzieherausbildung wird von drei auf zwei Jahre verkürzt – aus der Formel 2 + 3 = 5 wird somit 2 + 2 = 4 Jahre. Dies ist möglich, weil die einschlägigen beruflichen Vorqualifikationen jetzt angerechnet werden – am Ende steht eine verkürzte Ausbildung bei gleicher Qualität und ohne stressige Verdichtung des Stoffs. „Ich bin sicher, dass diese Maßnahme großen Anklang finden wird – das sieht man an den vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Und dass, obwohl wir für diesen Ausbildungsweg noch gar nicht offensiv geworben haben“, erklärte Hubig. Und dabei werde es nicht bleiben: So gibt es bereits Pläne, auch die vollschulische Ausbildung um ein halbes Jahr zu verkürzen. Zudem können Personen, die vorher ein fachbezogenes Studium begonnen, aber nicht beendet haben, die Ausbildung künftig ebenfalls um ein Jahr verkürzen.

Steigende Zahlen in Berufsschulen und Ausbildung

Insgesamt verzeichne Rheinland-Pfalz einen erfreulichen Zuwachs bei Interessentinnen und Interessenten, die in den Erzieherberuf streben, berichtete die Ministerin abschließend. Rund 6.100 Schülerinnen und Schüler seien an den Fachschulen mit dem Erziehungsziel Erzieherin oder Erzieher angemeldet. Und an der Höheren Berufsfachschule Sozialassistenz, also quasi der ersten Etappe auf dem Weg zum Erzieherberuf, sei die Zahl der Schülerinnen und Schüler um acht Prozent auf annähernd 3.000 gestiegen – auch dank zusätzlicher Standorte in Germersheim, Hermeskeil und Lahnstein sowie zusätzlicher Klassen. „Wir bieten die Schulplätze, wir machen die Ausbildung praxisnah und verkürzen sie jetzt“, so Hubig abschließend. „Und wir werden in unseren Bemühungen nicht nachlassen, viele Menschen für diesen tollen Beruf zu gewinnen.“


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden