Rechtschreibrat: "Dem Volk aufs Maul schauen"
(bikl) Der Rat für deutsche Rechtschreibung will, gemäß seiner Devise, dass sich Schriftsprache mehr nach dem Sprachgebrauch der Menschen soll, künftig auch wieder mehr zusammen schreiben. Das kündigte nach einem Bericht der Zeitung 'Die Welt' der Ratsvorsitzende, Bayerns Ex-Wissenschaftsminister Hans Zehetmair, in Mannheim zum Abschluss der Ratssitzung am 1. Juli 2005 an.
02.07.2005 ArtikelAuf der Sitzung hatten die Experten weitere Änderungen an der neuen Schreibweise, speziell zum Komplex der Getrennt- und Zusammenschreibung beschlossen. Im Ergebnis soll künftig wieder mehr zusammengeschrieben werden (z.B. eislaufen, fertigmachen, heiligsprechen und leidtun). Der Rat befasste sich auch mit der Silbentrennung. Einen Beschluss soll es dazu aber erst am 28. Oktober geben.
Es war das letzte Zusammentreffen der Ratsmitglieder vor der verbindlichen Einführung der unstrittigen Teile der Rechtschreibreform am 1. August in Schulen und Behörden. Dazu hatte Anfang Juni die Kultusministerkonferenz (KMK) in Quedlinburg die Änderungen bei der Laut-Buchstaben-Zuordnung, bei der Schreibung mit Bindestrich sowie bei der Groß- und Kleinschreibung für verbindlich erklärt. Gescheitert waren jüngst die Versuche einiger Ministerpräsidenten, diesen Beschluss ihrer Kultusminster aufzuheben und die Rechtschreibreform insgesamt noch einmal zu stornieren.
Die Kultusministerkonferenz wird sich am 14. Juli 2005 in Berlin wieder der Öffentlichkeit stellen. Dann mit der vorgezogenen Präsentation der erweiterten PISA-Studie. (Siehe auch bildungsklick.de vom 14. Juni 2005). Neue Beschlüsse zur Rechtschreibreform werden in Berlin bisher nicht erwartet.
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