Schulbücher nicht in Schule verbannen

(bikl) Mit einem Plädoyer für länderübergreifende Schulbücher hat die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan heute in Stuttgart die Bildungsmesse eröffnet.

28.02.2005 Artikel

Der Wunsch, endlich von den vielen länderspezifischen Lehr- und Lernmaterialien weg zu kommen, sei schon auf den vergangenen Bildungsmessen ein Thema gewesen. Insbesondere die Verlage hätten immer wieder dazu Stellung genommen. Ein Anliegen, für das auch sie sich stark gemacht habe und weiterhin stark machen werde. Schulbücher, die nicht mehr bundesländerspezifisch seien, bedeuteten ein Mehr an Gemeinsamkeit – und das sei nur eine logische Folgerung der Bildungsstandards, wie sie die KMK beschlossen habe.

Private Investition in Bildung

Das Schulbuch – so ihre Vision – solle außerdem nicht allein Bedeutung für die Schule sondern auch für den privaten Bereich haben. Bislang aber habe die Lehrmittelfreiheit das Buch in die Schule verbannt. Die Abschaffung der Lehrmittelfreiheit dürfe allerdings nicht zu einem Mehr an Belastung für die Familien führen, erklärte Annette Schavan. Wie dies allerdings erreicht werden soll, erklärte sie nicht, nur dass sich “die gesellschaftliche Einstellung zur privaten Investition in Bildung ändern“ müsse.

Entscheidend: Bildung im Kindergarten

Als eine der größten Reformaufgaben für die nächsten Jahre bezeichnete die baden-württembergische Kultusministerin die systematische Bildung im Vorschulbereich. Nur wenn Kinder bereits vor der offiziellen Schulzeit gefördert würden, so die Ministerin, sei die Chance für mehr Bildungsgerechtigkeit gegeben.

Fünf Tage lang dreht sich in Stuttgart alles um Erziehung und Bildung. Vom 28. Februar bis 4. März 2005 findet die didacta, Europas größte Bildungsmesse, statt Auf dieser großen Fachmesse fürs Lehren und Lernen zeigen knapp 700 Aussteller aus 14 Ländern ein breites Angebotsspektrum aus den vier Bereichen Kindergarten, Schule/Hochschule, Ausbildung/Qualifikation und Weiterbildung/Beratung. Rund 70.000 Fachbesucher werden erwartet. Neben der Fachmesse gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit rund 1000 Veranstaltungen. Auf den zahlreichen Sonderschauen, Foren, Workshops und Podien werden alle aktuellen Bildungsprobleme breit diskutiert. Diese Veranstaltungen werden von den meisten Bundesländern als offizielle Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer anerkannt.

Die Rede in voller Länge (doc)


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