Unternehmenswettbewerb "Erfolgsfaktor Familie 2005"
Die Gewinner des Unternehmenswettbewerbs "Erfolgsfaktor Familie 2005" stehen fest. Bundeskanzler Gerhard Schröder und die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, ehrten heute im Bundeskanzleramt die familienfreundlichsten Unternehmen Deutschlands. Preise werden für vorbildliche familienfreundliche Personalpolitik in den Kategorien "kleine Unternehmen" (bis 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter), "mittelgroße Unternehmen" (bis 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) und "große Unternehmen" (über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) vergeben. Gewonnen haben die Firmen "Anton Schönberger Stahlbau & Metalltechnik" aus dem bayerischen Wölsendorf (kleine Unternehmen), die Komsa Kommunikation Sachsen AG in Hartmannsdorf (mittelgroße Unternehmen) sowie die Henkel KGaA mit Sitz in Düsseldorf (große Unternehmen). Die Siegerunternehmen erhalten jeweils 10.000 Euro. Ein Innovationspreis für besonders zukunftsweisende familienfreundliche Maßnahmen ging an die Weleda AG in Schwäbisch Gmünd. Außerdem verlieh Bundesfamilienministerin Renate Schmidt einen Sonderpreis an das Forum "Frauen in der Wirtschaft", ein Netzwerk von 20 führenden deutschen Unternehmen.
24.05.2005 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und JugendFamilienfreundliche Unternehmenskultur sichert Zukunftsfähigkeit
Bundeskanzler Gerhard Schröder, der Schirmherr des Wettbewerbs, hob in seiner Begrüßung zur Preisverleihung hervor, dass eine gute wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands auch eine gute und nachhaltige Familienpolitik braucht. Kinder- und Familienpolitik sei eine der wichtigsten Querschnittsaufgaben, die jedes Ressort und jedes Politikfeld angehe. Er freue sich, dass auch die Wirtschaft zunehmend die Chancen einer familienbewussten Personalpolitik erkenne.
Renate Schmidt, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, erklärte: "Familienfreundlichkeit in Unternehmen ist ein wichtiger Teil unserer neuen nachhaltigen Familienpolitik. Wenn heute die familienfreundlichsten Unternehmen im Kanzleramt ausgezeichnet werden, heißt das auch: Das Thema Familie ist dort angekommen, wo es hingehört. Familienpolitik ist kein Randthema mehr, sondern ein zentrales, gesellschaftspolitisches und vor allem auch ökonomisches Thema." Sie dankte allen Bewerbern für ihr Engagement und bat sie, im eigenen Betrieb weiter so intensiv auf Familienfreundlichkeit zu setzen: "Auch wenn es nur einen Sieger in den jeweiligen Kategorien gibt, steht jetzt schon fest, dass jedes Unternehmen, das teilgenommen hat, ein Gewinner ist. Denn sie zählen zu den Unternehmen, die familienfreundliche Projekte auf den Weg gebracht haben. So kommen wir unserem Ziel näher, eines der familienfreundlichsten Länder in Europa zu werden."
Der Unternehmenswettbewerb "Erfolgsfaktor Familie 2005" stieß nach seinem Start im September 2004 auf große Resonanz. Ingesamt haben sich 366 Unternehmen und Institutionen aus dem ganzen Bundesgebiet beteiligt - etwa fünfmal so viel wie beim letzten Wettbewerb im Jahr 2000. Die eingegangenen Bewerbungen wurden von einem Auditorenteam der Beruf und Familie gGmbH der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung eingehend geprüft.
Die Gewinner im Einzelnen
- Der Preis in der Kategorie "kleine Unternehmen": Anton Schönberger Stahl-bau & Metalltechnik
Die Stahlbau-Firma bezieht die Bedürfnisse der Familien ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz selbstverständlich mit in den Firmenalltag ein. Der Betrieb mit 28 Angestellten zeigt insbesondere große Offenheit und Flexibilität bei der Kinderbetreuung. Kinder können jederzeit mitgebracht werden und in einem eigenen Spielzimmer spielen. Bei Bedarf erledigt das Personalbüro sogar Behördengänge. Auch Väter sollen sich intensiv für ihre Familie engagieren. Familiäres Engagement fließt in die Bewertung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein.
- Der Preis in der Kategorie "mittelgroße Unternehmen": Komsa Kommunikation Sachsen AG
Das Unternehmen aus der Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche, das einen sehr hohen Anteil (41 Prozent) an Frauen in Führungspositionen hat, wird für seine vorbildliche familienfreundliche Unternehmensführung ausgezeichnet. Neben Teilzeit- und Sabbatical-Lösungen sowie individuellen Wiedereinstiegsmöglichkeiten bietet Komsa zahlreiche Angebote, die Familien den Alltag erleichtern - zum Beispiel einen ganzjährig und ganztags geöffneten Kindergarten mit zweisprachiger Erziehung. Auffällig kurz sind darum auch die Erziehungspausen bei Komsa. Das Unternehmen hält auch während der Elternzeit engen Kontakt zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und unterstützt deren schnellen Wiedereinstieg bestmöglich.
- Der Preis in der Kategorie "große Unternehmen": Henkel KGaA
Verantwortung für das Wohl der eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu übernehmen, hat bei Henkel Tradition. Seit vielen Jahren engagiert sich das Düsseldorfer Unternehmen, in dem zum Teil mehrere Generationen arbeiten, für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bereits 1940 wurde die Gerda-Henkel-Kindertagesstätte gegründet, in der Kinder ab einem Alter von sechs Monaten betreut werden. Ebenfalls seit langem besteht die Möglichkeit für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wechsel-Schicht, sich regelmäßig und auf Kosten des Unternehmens in einer Kur oder seit 2005 auch im Aktiv-Urlaub zu erholen. Das soziale Engagement von Henkel schließt aber auch die ältere Generation und ehemalige Beschäftigte ein. Pensionäre können im Rahmen eines Seniorenprojekts Wohnungen in unternehmenseigenen Gebäuden mieten und bei Bedarf einen Betreuungs- und Notfalldienst in Anspruch nehmen. Bei einem Pflegefall in der Familie haben Angestellte zudem die Möglichkeit, sich jährlich bis zu sechs Wochen unbezahlt freistellen zu lassen.
- Der Innovationspreis, mit dem besonders zukunftsweisende Modelle ausgezeichnet werden: Weleda AG in Schwäbisch Gmünd
"Dort helfen, wo man sich früher selbst Hilfe gewünscht hätte." Nach diesem Motto fördert der Hersteller von Arznei- und Pflegemitteln den Aufbau eines Generationen Netzwerkes. Dahinter steht die Idee, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - ehemals Beschäftigte eingeschlossen - gegenseitig Hilfe leisten, zum Beispiel, wenn es um die Betreuung im Krankheitsfall oder Babysitter-Dienste geht. Die Vergütung und Bewertung dieser Dienste werden ehrenamtlich, durch ein Punktesystem oder gegen Bezahlung geregelt. Es geht nicht nur um den Austausch zwischen Alt und Jung, sondern auch um den Aufbau eines sozialen Netzes, das alle in Anspruch nehmen können.
- Den Sonderpreis der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erhält das Forum "Frauen in der Wirtschaft"
Seit mehr als zwölf Jahren arbeiten 20 große deutsche Unternehmen im Forum "Frauen in der Wirtschaft" an Lösungen und Ideen, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert und der Anteil von weiblichen Führungskräften gesteigert werden kann. Die Firmen profitieren dabei vom Netzwerk und geben die Erfahrungen mit neuen Projekten untereinander weiter. Die gemeinsam initiierten Maßnahmen kommen zusammen mehr als 1,1 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Unternehmen zugute - von der Allianz Lebensversicherungs-AG über die Deutsche Bahn bis hin zu Volkswagen.
Eine ausführliche Darstellung der Wettbewerbssieger sowie Bilder der Veranstaltung stehen am 24. Mai ab 19:30 Uhr unter www.erfolgsfaktor-familie.de zum Download bereit.
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