Ursula von der Leyen wirbt für mehr Familienfreundlichkeit

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen setzt ihr Engagement für mehr Familienfreundlichkeit in der deutschen Wirtschaft fort. Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit den regionalen Industrie- und Handelskammern diskutiert Ursula von der Leyen in Hannover gemeinsam mit 150 Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verbänden über erfolgreiche Strategien zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

05.07.2006 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

"Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des zunehmenden Fachkräftemangels in den Unternehmen ist Familienfreundlichkeit der Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit einer Region", erklärt die Ministerin. "Wir erleben bereits einen erfreulichen Mentalitätswandel gerade auch auf Leitungsebenen, die zunehmend die Bedeutung von Familienfreundlichkeit erkennen. Gemeinsam mit meinem Ministerium engagieren sich starke Partner aus der Wirtschaft, aus Verbänden und aus der Politik im Unternehmensprogramm 'Erfolgsfaktor Familie. Unternehmen gewinnen'. Mit ihnen setze ich mich dafür ein, dass Familienfreundlichkeit ein Markenzeichen der deutschen Wirtschaft wird", sagt von der Leyen.

Die Zahl der Unternehmen, die die Vorteile familienfreundlicher Personalpolitik erkennen und für sich nutzen, wächst konstant. Das im Januar gestartete Programm "Erfolgsfaktor Familie" spricht gezielt Chefs und Personalverantwortliche an. Es hält einen Fächer praxisnaher Konzepte für die Gestaltung einer familienfreundlichen Unternehmenskultur bereit. Im Rahmen des Programms wird ein Netzwerk familienfreundlicher Unternehmen aufgebaut. Ziel ist es, bis Jahresende 1000 Unternehmen für das Netzwerk zu gewinnen.

Ursula von der Leyen hebt in Hannover erneut die besonderen Chancen einer familienbewussten Personalpolitik hervor: "Die Politik kann und muss geeignete Rahmenbedingungen für Familien schaffen. Doch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist vor allem ein ganz unternehmerisches Thema. Familienfreundliche Unternehmen haben motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, geringere Fehlzeiten und klare Vorteile im Wettbewerb um qualifiziertes Personal", so die Ministerin. Die Bundesministerin wird ihre Besuchsreihe bei den regionalen IHKs weiter fortsetzen. "Gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern tragen wir das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf in die Regionen", erklärt von der Leyen.

Von den Unternehmen werde bereits einiges getan, um den jungen Menschen sowohl Familie als auch berufliche Perspektiven gemeinsam zu ermöglichen, bestätigt Wilfried Prewo, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Hannover. "Häufig stimmt das Betreuungsangebot für Kinder aber mit den Anforderungen des modernen Berufslebens der Eltern nicht überein", so Prewo. Notwendig seien mehr Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren, längere Öffnungszeiten der Kindertagesstätten und eine gesicherte Betreuung während der Ferien. Tatsächlich gäbe es hier bereits Bewegung in den Kitas, sagte Prewo mit Hinweis auf eine Umfrage, die die IHK Hannover unter Kindergärten ihres Einzugsbereiches durchgeführt hat. In vielen Fällen gäbe es hier allerdings auch noch Nachholbedarf. In den Kommunen würde zu inflexibel auf die Bedürfnisse berufstätiger Eltern reagiert.

Er schlug deshalb vor, stärker auf bedarfsgerechte Lösungen zu setzen. Wegbereiter hierfür wäre die Einführung von Kinderbetreuungsgutscheinen durch die Kommunen. Danach erhielte jedes Kind einen Gutschein in Höhe der Kosten, die der jeweiligen Kommune, in denen das Kind wohnt, derzeit pro Kindergartenplatz entstehen. Den Gutschein könnten die Eltern bei jener Kindertagesstätte einlösen, die ihren Wünschen hinsichtlich Öffnungszeiten, Ort, pädagogischem Konzept etc. am ehesten entspricht.Mehr als die Hälfte aller Kammern in Deutschland haben bereits Interesse gezeigt, als Gastgeber aufzutreten. Die nächsten Termine der Veranstaltungsreihe in diesem Jahr sind der 17. Juli in der IHK Würzburg, 14. September in der IHK Essen, 4. Oktober in der IHK Bremen und 1. November in der IHK Frankfurt/Oder.

Ausführliche Informationen finden Sie unter www.erfolgsfaktor-familie.de.


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