VBE fordert zu Taten auf
Getreu dem Goethe - Wort "Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich nun endlich Taten sehn" erinnert der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Südbaden daran, dass die Politik immer wieder versprochen hat, dass an der Bildung nicht gespart werde.
03.08.2010 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergDiese richtige Einstellung müsse aber auch durch weitere Taten untermauert werden, fordert der Vorsitzende des VBE Südbaden, Ekkehard Gabriel (Freiburg). Nach dem Ministerwechsel im Kultusministerium, der unter anderem einen verstärkten Dialog mit den am Schulleben Beteiligten in Gang setzen sollte, ist zu befürchten, dass Problemstellungen zwar beredet werden, vom Abhilfe schaffen sei man allerdings noch weit entfernt. Erneutes Indiz dafür ist ein Brief der Regierungspräsidien, der letztlich den Schulen zeitweise die Möglichkeit nimmt, außer dem Pflichtunterricht überhaupt noch weitere Stunden anzubieten.
Gabriel: "Wenn den Schulen gerade mal nur die Stunden für den Pflichtunterricht zugewiesen werden, scheint es geradezu zynisch zu verlangen, dass Krankheitsvertretungen aus ´Bordmitteln´ bestritten werden sollen." Mit dem Verweis auf "Bordmittel" verlangt man, Stunden zu streichen, die dem Ergänzungsbereich zugerechnet werden, also Schulchor, Informatikangebote, Stützkurse, Stunden zur Behebung der Lese-Rechtschreibschwäche und ähnliches mehr. Um krankheitsbedingte Unterrichtsausfälle frühzeitig auffangen zu können, fordert der VBE erneut, den Ausbau der bestehenden Krankheitsreserve von 1 266 Deputaten auf mindestens 3 000 Deputate als ersten Schritt. Entschließt sich die Landesregierung nicht zu diesem Ausbau, wird Unterrichtsausfall auch in Zukunft vorprogrammiert bleiben, so Gabriel.
Der VBE Südbaden verdeutlicht, dass die beabsichtigten Reduktionsmaßnahmen bis zum Rand der Pflichtversorgung nun schon die dritte verkappte Sparmaßnahme seit der Amtseinführung von Kultusministerin Marion Schick ist. Zunächst habe man die Honorare für die Lehrbeauftragten an Schulen um ein Drittel -das entspricht einer Million Euro- gekürzt, sodann erließ das Ministerium restriktive Maßnahmen für Krankheitsvertretungen von Grund- und Hauptschulreferendaren nach bestandener 2. Staatsprüfung. Mit diesem dritten Schritt - der weitgehenden Beschränkung des Unterrichts auf den Pflichtbereich- sähe man nun, so Gabriel, dass es System habe, in der Öffentlichkeit zu propagieren, dass im Bildungsbereich nicht gespart werde; nach innen aber würden Maßnahmen angesetzt, die dem Schulleben die Luft zum Atmen nähmen.
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