VBE: Gute Sprachförderung braucht starke Kitas und starke Schulen
Vor der abschließenden Beratung des 18. Schulrechtsänderungsgesetzes im Landtag bekräftigt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW seine bereits im Gesetzgebungsverfahren und in der Verbändebeteiligung formulierten Bedenken.
16.07.2026 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung VBE NRWDer von den regierungstragenden Fraktionen vorgelegte Ent schließungsantrag greift zwar mehrere Anregungen aus der fachlichen Diskus sion auf, verändert den Gesetzentwurf jedoch nicht.
„Bildung beginnt vor Schule – und gute Sprachförderung lange vor dem ersten Schultag. Alle Kinder haben ein Recht auf einen guten Start in ihre Bildungsbiografie. Dafür brauchen sie eine ganzheitliche Förderung. Sprache ist dabei ein entscheidender Baustein, aber eben nicht der einzige“, erklärt Stefan Behlau, Landesvorsitzender des VBE NRW.
Zusammenarbeit auf Augenhöhe ermöglichen
er VBE NRW begrüßt, dass der Entschließungsantrag die Bedeutung der Kindertageseinrichtungen, die Zusammenarbeit von Kita und Grundschule auf Augenhöhe, den Einsatz sozialpädagogischer Fachkräfte, die Fortführung bewährter Modelle sowie die Evaluation der Vorkurse ausdrücklich aufgreift. Diese Punkte entsprechen Forderungen, die der VBE NRW im Gesetzgebungs verfahren wiederholt eingebracht hat.
„Der VBE NRW erwartet, dass diese Zusammenarbeit auf Augenhöhe nicht nur politisch eingefordert, sondern vor Ort auch organisatorisch und personell ermöglicht wird,“ so der Landesvorsitzende.
Entscheidend sind die Rahmenbedingungen
Kritisch bleibt der Verband mit Blick auf die praktische Umsetzung. Die Einführung der Vorkurse bringt zusätzliche Organisations- und Koordinierungsaufgaben für Schulen und insbesondere für Schulleitun gen mit sich. Dafür fordert der VBE NRW die notwendige zeitliche Entlastung. Bereits heute arbeiten viele Kolleginnen und Kollegen unter hoher Belastung. Hinzu kommt, dass die schulischen Vorkurse nur gelingen können, wenn die angekündigten personellen Ressourcen tatsächlich in den Schulen ankommen und ausreichend Zeit für die pädagogische Arbeit mit den Kindern bleibt. „Die schulischen Vorkurse können die wertvolle Bildungsarbeit der Kindertageseinrichtungen nicht ersetzen. Gute Sprachförderung gelingt nur als Teil einer ganzheitlichen Förderung und in einer verlässli chen Zusammenarbeit aller Professionen. Entscheidend ist jetzt, dass den politischen Ankündigungen auch die notwendigen Rahmenbedingungen folgen – für die Kinder ebenso wie für die Beschäftigten“, erläutert Behlau.
Weiterführende Informationen
Perspektivpapier des VBE NRW zu einem gelingenden Übergangsmanagement Kita – Primarstufe: Auf den Anfang kommt es an Qualität steigern – Chancengerechtigkeit stärken
- Sprachförderung: „Hinterher zu reparieren, halte ich für das falsche Signal“
- Umgang mit Mehrsprachigkeit: „In der Schule ist das zu spät“
- NRW regelt Kostenübernahme für ABC-Klassen
Keine Kommentare vorhanden