Viele kleine Forscher
(bikl/idw) Warum ist der Himmel blau? Wieso brauchen Pflanzen Licht zum Wachsen? Und wie kommt es, dass ein Schiff schwimmt, ein Stein aber nicht? Geht es nach der neuen Initiative "Haus der kleinen Forscher", sollen sich Kinder künftig schon in Vorschul-Einrichtungen intensiv mit spannenden Fragen aus Naturwissenschaft und Technik spielerisch befassen.
26.10.2006 ArtikelGestern startete die gemeinsame Aktion von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik unter der Schirmherrschaft der für Bildung und Forschung zuständigen Bundesministerin Dr. Annette Schavan in Berlin. Im nächsten Jahr soll das Projekt bundesweit ausgedehnt werden. "Neugierde wecken, gemeinsam Neues entdecken, Zusammenhänge erkennen" - nach Worten der Ministerin ist "die Qualität der Bildung im frühkindlichen Alter von herausragender Bedeutung für die Entwicklung der Kinder und damit der Gestaltung unserer Gesellschaft. Das "Haus der kleinen Forscher" sei ein vorbildliches Kooperationsvorhaben für bessere frühkindliche Bildung.
Pilotphase in Berlin
Die neue Bildungsoffensive für Kitas und Kindergärten wird getragen von der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, der Siemens AG, der Dietmar Hopp Stiftung, GmbH sowie der Unternehmensberatung McKinsey & Company. Die Aktion will Erzieherinnen und Erzieher in Kindertagesstätten und Kindergärten bei ihrer Arbeit unterstützen. Rund 50 Berliner Vorschul-Einrichtungen mit mehr als 5.000 Kindern nehmen im Rahmen eines Pilotprojekts zunächst an der Initiative teil. Später sollen Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet folgen. Das Angebot reicht dann von Fortbildungsveranstaltungen und Workshops über Lehr- und Arbeitsmaterialien für das pädagogische Fachpersonal in Kindertageseinrichtungen, dem Besuch von Naturwissenschaftlern in Kitas und Kindergärten bis hin zu einem Paten-Netzwerk und einer Hotline für naturwissenschaftliche und didaktische Fragen. Ziel ist es, die drei- bis sechsjährigen Kita- und Kindergartenkinder mit Hilfe einfacher Experimente selbst Antworten auf alltägliche naturwissenschaftliche Fragen finden zu lassen und dabei Sprach-, Lern- und Sozialkompetenz zu stärken.
Um die naturwissenschaftliche Bildung schon im frühkindlichen Bereich nachhaltig zu verbessern, ist das "Haus der kleinen Forscher" als offenes Kooperationsprojekt geplant. Interessierte Unternehmen und Institutionen sind eingeladen, sich zu engagieren. Vorbildliche Kitas, die sich an dem Programm des "Hauses der kleinen Forscher" beteiligen, erhalten ein Qualitätszertifikat und werden zu Häusern der kleinen Forscher.
Grundstein für bessere Bildung
Professor Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, sagte bei der Vorstellung der Aktion im Berliner MACHmit!-Museum, viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hätten ihre Faszination für Naturwissenschaften bereits in früher Kindheit entdeckt. "Was liegt also näher, als kleine Forscherinnen und Forscher durch eigenes Experimentieren für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern? Es ist ein Teil unserer Anstrengungen, den Grundstein für bessere Bildung in unserem Land zu legen und damit zur Sicherung unserer Zukunft in einer globalisierten Welt beizutragen."
Im nächsten Jahr plant das "Haus der kleinen Forscher" den Aufbau einer Internet-Plattform sowie zum bundesweiten Start einen großen Aktionstag. Für das "Haus der kleinen Forscher" stehen erfolgreiche Initiativen Pate: "Naturvetenskap och teknik för alla" in Schweden, das "Education Development Center" in den USA oder "La main à la pâte" in Frankreich. Ihre langjährigen Erfahrungen im Bereich naturwissenschaftlicher Bildung in der Frühpädagogik sind im Rahmen der Initiative eingebunden und auf das deutsche Bildungssystem angepasst.
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