Was Sorgen-Briefkasten und Malbuch nicht leisten
Das angeblich modernste Familiengesetz ist noch keine Woche alt, da soll es schon mit einem Sorgen-Briefkasten gestützt werden. "Unerklärlich, warum für das fortschrittlichste Gesetz ein Sorgen-Briefkasten eingerichtet werden muss", meint Jürgen Röhreich, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen.
14.12.2005 Thüringen Pressemeldung GEW ThüringenIn den vollmundigen Presseerklärungen von Regierungsseite und CDU-Fraktion hieß es bisher "Familien werden gestärkt, Erziehungsleistungen honoriert, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird besser und die Eltern erhalten mehr Freiheit bei der Wahl der für sie passenden Kinderbetreuung". Wieso befürchtet die Regierung jetzt Kummer bei den Familien, wo doch dieser "Systemwechsel" in der Familienpolitik den "Familien und Kindern zugute" kommen soll? Offensichtlich will die Landesregierung auf Grund massiver Proteste für ihr Familienfördergesetz zusätzliche Trostpflästerchen austeilen.
Wer muss sich denn Sorgen machen bei der Umsetzung dieses Gesetzes?
- Die Träger, die nicht wissen, auf wen sie die zusätzlichen Belastungen abwälzen sollen
- und die 700 bis 1000 Erzieherinnen, deren Stellen durch die veränderte Betreuungsstruktur in Gefahr sind.
Deren Probleme sind nicht mit Malbuch und Kummerkasten zu lösen. Das Streichen von 30 bis 40 Millionen EURO aus der Förderung der Kindertagesstätten lässt sich nicht mit einem Malbuch und einem Kummerkasten kaschieren. Auswirkungen dieser Politik werden bei Trägern und Kommunen schon in konkreten Zahlen ausgerechnet.
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