Was uns mit dem neuen Kita-Gesetz erwartet: Von Eltern als notwendige Arbeitskräfte und nicht festgeschriebenen Elternbeiträgen

Mit dem neuen Kindertagesstättengesetz, welches am Donnerstag, dem 8.12., verabschiedet werden soll, wird ermöglicht, dass mehr Personen ohne pädagogische Ausbildung in den Kindergärten arbeiten.

07.12.2005 Thüringen Pressemeldung GEW Thüringen

Was uns mit dem neuen Kita-Gesetz erwartet: Von Eltern als notwendige Arbeitskräfte und nicht festgeschriebenen Elternbeiträgen

Die CDU-Fraktion hat einen Passus im neuen Kita-Gesetz vorgeschlagen, der die Mitarbeit von weiteren "geeigneten Personen und Eltern" bei der Betreuung, Bildung und Erziehung der Kinder in den Tageseinrichtungen vorsieht. "Dies zeigt einmal mehr, dass die drohende mangelhafte Personalzuweisung durch möglichst preiswerte Personen ohne pädagogische Ausbildung ausgeglichen werden soll", meint Jürgen Röhreich, Landesvorsitzender der GEW Thüringen. "Jetzt werden nicht nur von den Eltern höhere Beiträge verlangt werden, sie werden auch noch zur Absicherung der Arbeit der Tagesstätten mitarbeiten müssen", setzt er hinzu.

Nicht zuletzt deshalb geht die GEW davon aus, dass die geplante Mindestausstattung an Personal in den Kindertagesstätten zu einem erheblichen Stellenabbau unter den Erzieherinnen führen wird.

Gleichzeitig werden die vom Land eingesparten Kita-Mittel durch höhere Elternbeiträge kompensiert werden. Festgeschrieben sind die Elternbeiträge entgegen den Ankündigungen der CDU nicht wirklich:

  • bei den freien Trägern gibt es diese Festschreibung nicht,
  • bei kommunalen Kitas sind die Elternbeiträge bis zum 31.07.2007 eingefroren, aber - nach dem Willen der CDU-Fraktion
  • erst ab dem In-Kraft-Treten des Gesetzes (damit jetzt noch erhöht werden kann) und nicht wie ursprünglich vorgesehen auf dem Stand vom Juli 2005. Eine Erhöhung der Elternbeiträge ist darüber hinaus aber auch dann möglich, wenn der Landkreis bzw. die kreisfreie Stadt dem zustimmen.

Keinesfalls hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft etwas dagegen, wenn Eltern sich in der Kita ihrer Kinder engagieren, dies tun sie jetzt auch schon. "Aber als Ersatz für eine reduzierte Personalausstattung dürfen sie nicht herhalten", so die Auffassung des GEW-Landesvorsitzenden. Die GEW hofft darauf, dass viele Menschen in Thüringen am Donnerstag, dem 8.12.2005 um 16.00 Uhr vor dem Landtag der Landesregierung nochmalig zeigen, was sie von der Familienoffensive halten, auch oder gerade wenn das Gesetz beschlossen werden sollte.

Ansprechpartner

GEW Thüringen

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