Ausbau der Hochschulen und Berufsakademien soll von der Wirtschaft nach Kräften unterstützt werden

Das Programm "Hochschule 2012" kann nach Auffassung von Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg mit Unterstützung der Wirtschaft zu einem "großen Erfolg und einem Modell für Hochschulpolitik" werden.

04.08.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Die seit Mitte Juni veranstalteten regionalen Dialoge mit den Industrie- und Handelskammern im Land hätten gezeigt, "welch starkes Engagement und Potenzial bei den Unternehmen bereit liegt, um die große Herausforderung der steigenden Studierendenzahlen in den kommenden Jahren gemeinsam mit der Politik zu bewältigen. Die Hochschulen und Berufsakademien sollten nun ihre Ausbaupläne mit Blick auf den regionalen und landesweiten Bedarf unter Beteiligung der Wirtschaft weiter konkretisieren", erklärte Frankenberg am 4. August in Stuttgart. Ein Masterplan des Ministeriums mit Eckdaten zum Ausbau von Fachbereichen und Hochschularten solle bei der Abschlusskonferenz der regionalen Dialoge am 9. Oktober vorliegen.

Bis 2012 werden im Land rund 30 Prozent mehr Studienanfängerplätze benötigt. "Aufgrund der bei den zwölf regionalen Dialogen vorgestellten Ausbauplanungen der Hochschulen und Berufsakademien lässt sich feststellen, dass die vorgestellten Angebote die angestrebten 16.000 Studienanfängerplätze deutlich übertreffen, an einigen Standorten lag das Ausbauangebot der Einrichtungen um mehr als ein Drittel über dem Bedarf", teilte der Minister mit. Etwa die Hälfte der angemeldeten Studienangebote sei im Bereich der Ingenieur- und Naturwissenschaften angesiedelt. "Dies kommt der Intention der Landesregierung entgegen, den Ausbau der Studienkapazitäten am besonderen Bedarf der Wirtschaft an Fachkräften mit diesen Schwerpunkten auszurichten."

Der Dialog mit der Wirtschaft von Beginn der Ausbauplanung an sei eine Bedingung für den Erfolg des Projekts "Hochschule 2012". Dass die regionalen Dialoge "so engagiert und ertragreich waren, ist umso bedeutsamer, als der konstruktive Einfluss von Wirtschaft und Gesellschaft auf die Planungen der Hochschulen für diese bisher nicht selbstverständlich war", so Frankenberg. Mit dem auf breite Beteiligung und Konsens angelegten Planungsverfahren habe das Land ein Modell auch für andere Länder geprägt, wo "die Herausforderung und zugleich Chance der stark steigenden Studierendenzahlen zum großen Teil noch nicht in politisches Handeln umgesetzt wurde".

Die Umsetzung der Planungen zum Studienplatzausbau soll laut Frankenberg auf der Konferenz am 9. Oktober vorgestellt werden. "In den Jahren des Spitzenbedarfs ab 2011 brauchen wir rechnerisch zusätzlich 300 Mio. Euro. Etwa die Hälfte davon kann das Land aufbringen, die andere Hälfte müssen wir durch Effizienzgewinne aktivieren." Dabei rangiere der Ausbau vorhandener klar vor dem Aufbau neuer Studienkapazitäten. Für die Einrichtung neuer Standorte stehen keine Mittel zur Verfügung.

"Beiträge der Wirtschaft durch Mitfinanzierung oder Überlassung von Lehrpersonal sind natürlich sehr willkommen", betonte der Minister. Auf der anderen Seite werde man auch Beiträge des Bundes im Rahmen eines "Hochschulpaktes 2020" einbeziehen, "sofern damit tatsächlich zusätzliche Studienplätze finanziert werden. Für die Vergabe von Bundesmitteln an ein Land muss Bedingung sein, dass ein Ausbauprogramm mit eigenen Finanzmitteln vorhanden ist", so Frankenberg.


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