Baden-Württemberg ist Gastgeber der 2. Internationalen Bodenseehochschulkonferenz in Meersburg

"Die Internationale Bodenseehochschule ist ein Erfolgsmodell und Vorbild für andere grenzüberschreitende Hochschulkooperationen in ganz Europa." Mit diesen Worten würdigte der baden-württembergische Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg am 13. September in Meersburg die Erfolge der Internationalen Bodenseehochschule (IBH).

13.09.2004 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Dort trafen sich die Hochschulminister der Mitgliedsländer und -kantone der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) bei der 2. Bodenseehochschulkonferenz, um die Tätigkeit der Internationalen Bodenseehochschule zu bilanzieren und neue Finanzierungsvereinbarungen für die Jahre 2006 bis 2010 zu beschließen.

Als Gastrednerin nahm die österreichische Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Elisabeth Gehrer, teil. Auch sie stellte in ihrem Vortrag die Bedeutung der Internationalen Bodenseehochschule heraus. "Regionale, grenzüberschreitende Hochschulverbünde dieser Art sind eine wichtige Komponente in der Europäischen Hochschulentwicklung", so die Ministerin.

Minister Frankenberg kommentierte den Rechenschaftsbericht, den der Vorsitzende des Kooperationsrates, der Konstanzer Rektor Prof. Dr. Gerhart von Graevenitz, vorgelegt hatte, mit den Worten: "Wir konnten uns davon überzeugen, dass die Ziele der Leistungsvereinbarungen bereits in den ersten zwei Jahren erreicht wurden." Der Verbund der IBH umfasse bereits 26 Mitglieder. Insgesamt 1.100 Studierende hätten im vergangenen Wintersemester die acht Studienangebote der IBH wahrgenommen. In den Bereichen "Lehre, Aus- und Weiterbildung", "Forschung und Entwicklung" und "Strukturbildung des Verbunds" seien vom Kooperationsrat insgesamt 18 Projekte ins Leben gerufen worden. "Vier Studiengangskooperationen, darunter drei mit einem gemeinsamen Masterabschluss, bestätigten, dass die IBH auf dem richtigen Weg ist, um die Ziele zu erreichen. Es wurden nachhaltige Projekte ins Leben gerufen, die von keiner Hochschule allein hätten durchgeführt werden können." (Frankenberg)

Die Ministerkonferenz verständigte sich über eine zweite Leistungsvereinbarung für den Zeitraum von 2006 bis 2010. Die grenzüberschreitende Kooperation von Universitäten und Fachhochschulen der Bodenseeregion wird Fördermittel in Höhe von 500.000 € jährlich für ihre weitere Entwicklung erhalten. Das Land Baden-Württemberg stellt dabei mit 166.500 € den größten Betrag zur Verfügung. An die somit sichergestellte Planungssicherheit knüpfte der Minister aber auch Erwartungen. So unterstrich er die Bedeutung des Technologietransfers als Basis für den Wohlstand der Region und äußerte den Wunsch, dass sich der Kooperationsrat verstärkt mit diesem Themas auseinandersetzt.

Frankenberg legte dar, dass für die strukturelle Entwicklung der Internationalen Bodensee-Hochschule eine neue Perspektive entwickelt worden sei. "Aufgrund des enormen juristischen Aufwands sind die Regierungschefs der Internationalen Bodenseekonferenz von einem Staatsvertrag zwischen den Ländern abgerückt", erklärte er. Als flexible Rechtsform biete sich nunmehr der von der Europäischen Kommission im Juli vorgeschlagene "Europäische Verbund für grenzüberschreitende Zusammenarbeit" an. Die Minister hätten daher dem Kooperationsrat der IBH empfohlen, dieses Instrument eingehend zu prüfen und möglichst bis zur nächsten Hochschulministerkonferenz im Jahr 2006 einen entsprechenden Vorschlag auszuarbeiten.

Die alle zwei Jahre zusammentretende "Bodensee-Hochschulkonferenz" hat sich 2002 konstituiert, um die grenzüberschreitenden Kooperationen der Hochschulen politisch zu begleiten. Die Konferenz setzt sich aus den für den Hochschulbereich zuständigen Ministern, Regierungs- und Landesräten der Mitgliedsländer und kantone zusammen. Baden-Württemberg ist der Gastgeber der diesjährigen 2. Internationalen Bodenseehochschulkonferenz. Die Folgetagung im Jahr 2006 wird vom Kanton Zürich ausgerichtet.

Die österreichische Wissenschaftsministerin Elisabeth Gehrer betonte die Bedeutung grenzüberschreitender Hochschulverbünde als "eine attraktive Bereicherung des Hochschulwesens an den Grenzen der Nationalstaaten". Ihre Aufgabe sei nicht, mögliche Unterschiede im Bildungsangebot zu vereinheitlichen. Vielmehr gelte es, "Gemeinsamkeiten zu entwickeln, Synergien zu fördern, Begegnungen zu ermöglichen und Erfahrungen auszutauschen". Bundesministerin Gehrer erklärte weiter: "Es ist eine vorrangige Aufgabe der Mitgliedstaaten der EU, für ihre Hochschulen rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen zu schaffen, mit denen sie den neuen Herausforderungen an die Globalisierung und die beschleunigte Wissensvermehrung genügen können. Sie verwies auf das neue österreichische Universitätsgesetz, das die 21 Universitäten in die Selbstständigkeit geführt und mit effizienten Leitungsstrukturen ausgestattet hat. Der Abschluss dreijähriger Leistungsvereinbarungen ermögliche den Universitäten künftig eine bessere Planbarkeit. Staat und Hochschulen müssten zügig den Bologna-Prozess umsetzen und die Angebote zum lebenslangen Lernen ausbauen. "Mit der Donauuniversität Krems gibt es in Österreich die erste Universität, die sich voll auf die Weiterbildung konzentriert und sich in den nächsten Jahren zu einem mitteleuropäischen Kompetenzzentrum für Weiterbildung entwickeln soll", so Ministerin Gehrer abschließend.


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