Bilanz

Bayerische Hochschulen werben 2020 rund 167,5 Millionen Euro EU-Mittel ein

„Rund 167,5 Millionen Euro haben bayerische Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften im Rahmen mehrerer EU-Förderprogramme im Jahr 2020 erhalten – das sind rund 13 Millionen Euro oder acht Prozent mehr als im Vorjahr“: Diese erfreuliche Bilanz zog Wissen­schaftsminister Bernd Sibler mit Blick auf das Jahr 2020.

07.01.2022 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
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„Unsere Hochschulen gestalten mit ihrer Kompetenz und Zukunftsorientierung Innovation und Fortschritt im Freistaat. Das macht ihre erfolgreiche Teilnahme an unterschiedlichen EU-Förderprogrammen sichtbar. Gleichzeitig ist die Investition von EU-Fördermitteln in Projekte am Wissenschaftsstandort Bayern auch eine Investition in die Zukunft Europas“, so Sibler. Der Freistaat werde den Hochschulen auch künftig tatkräftig zur Seite stehen, damit sie ihre großen Erfolge bei EU-Förderprogrammen weiter ausbauen können.

Die EU-Fördermittel stammen aus den drei Programmbereichen „Forschungs- und Entwicklungsprogramme“ (FuE, insbesondere dem Forschungsrahmenprogramm „Horizont 2020“), dem EU-Bildungsprogramm „Erasmus+“ und aus den sogenannten „Strukturfonds“. Erfahrungsgemäß haben die Mittel aus dem EU-Forschungs- und Entwicklungsprogramm den größten Anteil an der Gesamtsumme.

Vielfältige EU-Programme zur Forschung und Entwicklung, zum internationalen Austausch und zur Stärkung der bayerischen Regionen

Die Europäische Union fördert mit vielfältigen Programmen und verschiedenen Schwerpunkten sowohl die regionale Entwicklung als auch den wissenschaftlichen Austausch zwischen Hochschulen in ganz Europa. Ein Großteil der von den bayerischen Hochschulen eingeworbenen Fördermittel, rund 119,5 Millionen Euro, stammt aus dem Forschungs- und Entwicklungsprogramm „Horizont 2020“. Mit diesen Mitteln werden beispielsweise Projekte unterstützt, die darauf abzielen, die Exzellenz in der Wissenschaft zu stärken und die führende Rolle der bayerischen Industrie durch den Wissens- und Technologietransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen zu stärken. Andere Projekte nehmen sich der Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen wie dem Klimawandel an.

Über das Programm „Erasmus+“ bringt die EU den Austausch von Studentinnen und Studenten sowie von Hochschulpersonal voran. Die bayerischen Hochschulen erhielten dafür im Jahr 2020 mit rund 26,6 Millionen Euro rund sechs Prozent mehr Fördermittel als im Vorjahr.

Darüber hinaus investierte die EU über die europäischen Strukturfonds rund 21,4 Millionen Euro in die bayerischen Hochschulen. Hierunter fallen Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) und dem „Europäischen Sozialfonds“ (ESF). EFRE-Maßnahmen sollen dazu beitragen, regionale Ungleichgewichte auszugleichen. Sie zielen direkt darauf ab, den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt im Freistaat zu stärken. Der ESF verbessert den Zugang zu Arbeitsplätzen, bietet wissenschaftlich gestützte Qualifizierung für Beschäftigte kleiner und mittlerer Unternehmen und unterstützt die soziale Integration. „Die zahlreichen EFRE- und ESF-Projekte, die unsere Hochschulen mit Unterstützung der EU-Mittel mit großem Engagement durchführen, sind von großer Bedeutung für die regionale Wissenschaft und Wirtschaft. Sie tragen unmittelbar zur Wertschöpfung und zur Stärkung der Wirtschaftskraft der Regionen bei“, erklärt Wissenschaftsminister Sibler.

Bei EU-Mitteln für Pionierforschung deutschlandweit Spitze

Besonders erfolgreich waren die bayerischen Universitäten im Bundesländervergleich auch 2020 beim Einwerben sogenannter „Grants“ des Europäischen Forschungsrats (European Research Council – ERC). Mit diesen Mitteln fördert der ERC Forschende aller Disziplinen aufgeteilt in vier aufeinanderfolge Karrierestufen, die sich an der Berufserfahrung orientieren. Ausschlaggebendes Begutachtungskriterium ist die wissenschaftliche Exzellenz und der Pioniercharakter des eingereichten Forschungsvorhabens und des Antragstellenden. „Die ERC Grants sind in der Wissenschaftswelt eine renommierte Auszeichnung. Dass unsere bayerischen Universitäten beim Einwerben dieser Fördermittel auch 2020 höchst erfolgreich waren, macht mich stolz, denn sie sind ein Markenzeichen für die wissenschaftliche Exzellenz einer Universität auf internationaler Ebene“, so der Wissenschaftsminister. Die bayerischen Hochschulen konnten 2020 insgesamt 44 Grants einwerben, davon 16 „Starting Grants“ für Forschende ab zwei bis sieben Jahre nach ihrer Promotion, 16 Consolidator Grants für Forschende zwischen sieben und zwölf Jahren nach ihrer Promotion, 6 Advanced Grants für erfahrene exzellente Forschende sowie 3 Synergy Grants für Gruppen von zwei bis vier Forschenden und ihren Teams. Dazu kommen noch 3 Proof of Concept Grants für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bereits einen ERC Grant innehaben und ein Forschungsergebnis aus ihrem laufenden oder bereits abgeschlossenen Projekt über die Grundlagenforschung hinaus weiter entwickeln möchten.


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