Bayerns Universitäten setzen auf den Betriebswirt mit Bachelorabschluss

Bayerns Universitäten setzen auf den Betriebswirt mit Bachelorabschluss. Wie Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Dienstag in München mitteilte, werden an den Universitäten München, Passau, Regensburg und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ab dem kommenden Wintersemester Erstsemester nur noch in das Studium der Betriebswirtschaft mit Bachelorabschluss aufgenommen.

06.07.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

An der Universität Augsburg und der Technischen Universität München kann der Bachelorabschluss bereits erworben werden. Die anderen Universitäten bereiten die Umstellung von der Diplom- zur Bachelorausbildung derzeit vor. Mit knapp 16.000 Studierenden im vergangenen Wintersemester ist die Betriebswirtschaftslehre der beliebteste Studiengang an Bayerns Universitäten.

Der Minister hob hervor, dass die Umstellung auf die Abschlüsse Bachelor und Master zu mehr Transparenz sowie einer besseren Strukturierung und damit zu einer verstärkten internationalen Ausrichtung der Studienangebote führe. "Oberste Maxime bei der Entwicklung der neuen Studiengänge ist für alle Hochschulen die Qualität der Ausbildung. Als individuelles Element kommt hinzu, dass jede Hochschule ihre Angebote mit Blick auf das angestrebte Profil entwickelt. Von diesem dynamischen Wettbewerb profitieren am Ende die Studierenden", sagte Goppel. Die Verknüpfung von Qualitätssicherung und Profilbildung müsse, so der Minister, auch in den anderen Studiengängen gelingen, die derzeit umgestellt werden. Die konzeptionelle Arbeit, die dazu mit Engagement und Diskussionsbereitschaft geleistet werde, sei deshalb von großer Bedeutung. "Damit sich das Wissen und Können, das an unseren Hochschulen besteht, in den neuen Studienangeboten voll wiederfindet, ist die laufende engagierte Diskussion an den Hochschulen um die Inhalte der Bachelor- und Masterangebote unverzichtbar", so Goppel.

Goppel erinnerte mit Blick auf die deutschlandweit große Anzahl an Studiengängen, die derzeit in die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge überführt werden, an seine Forderung nach einer grundlegenden Weiterentwicklung des sog. Akkreditierungsverfahrens. "Es geht darum, effektivere und bessere Formen der Qualitätskontrolle auszuloten," sagte Goppel. Die Durchführung von studiengangbezogenen Einzelakkreditierungen sei bei den zu erwartenden Fallzahlen durch Einzelbegutachtungen qualitativ und finanziell auf Dauer nicht leistbar. Ein sinnvoller Weg, der im Übrigen auch in den auf der Bologna-Folgekonferenz im Mai in Bergen verabschiedeten europäischen Qualitätsstandards aufgezeigt wird, könnte, so der Minister, die Einführung einer reinen Prozessakkreditierung sein. In einem solchen Verfahren würden nicht einzelne Studiengänge, sondern die Qualitätssicherungssysteme der Hochschulen bewertet. Ein solches System könne nicht nur helfen, bei 11.200 Studienangeboten in Deutschland bis zu 100 Mio. Euro zu sparen, sondern hätte durch den Aufbau professioneller Qualitätssicherungsprozesse an den Hochschulen über den Bereich der Lehre hinaus positive Effekte auf die gesamte Qualitätskultur der Einrichtungen .


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