Bayern

Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch wendet sich gegen Schmalspur-Medizinstudium

Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch spricht sich für eine Beibehaltung der sechsjährigen Medizinerausbildung in Deutschland aus. Den Änderungsvorschlag der EU-Kommission zu der entsprechenden EU-Richtlinie, wonach die Mindestdauer des Medizinstudiums bei gleichbleibender Unterrichtszeit um ein Jahr verkürzt werden kann, hält Heubisch für problematisch. Bislang schreibt die EU-Richtlinie für die ärztliche Grundausbildung sechs Jahre theoretischen und praktischen Unterricht vor. Der Änderungsvorschlag sieht vor, die zeitliche Mindestvorgabe von sechs auf fünf Jahre zu reduzieren.

01.02.2012 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Wissenschaftsminister Heubisch: "Ich setze mich nachhaltig dafür ein, dass das Medizinstudium in Deutschland zeitlich nicht gekürzt wird. Die sechsjährige Grundausbildung mit ihren umfassenden Praxisanteilen gerade im letzten Ausbildungsjahr ist ein Garant für die hervorragende Medizinausbildung hierzulande." Das von der EU vorgegebene Pensum von 5500 Stunden in nur fünf Jahren zu absolvieren, würde den Druck auf die Studierenden unnötig erhöhen und insgesamt zu einer Verschlechterung der Ausbildung führen, so der Minister weiter.

Heubisch betont außerdem: "Niemand sollte glauben, man könne durch eine Verdichtung des Medizinstudiums mehr Studenten ausbilden. Die dafür erforderlichen Kapazitäten bemessen sich an den Ausbildungsstunden und den Klinikkapazitäten, nicht an der Verweildauer an der Universität."


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