BDA-Studienfinanzierungsmodell nicht akzeptabel
Als "verkapptes Studiengebührenmodell" hat die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eva-Maria Stange, das von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber (BDA) vorgeschlagene Studienfinanzierungsmodell kritisiert.
30.09.2004 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft"Wir werden ein Modell, das als Wolf im Schafspelz daher kommt, nicht unterstützen. Die GEW lehnt Studiengebühren für das Erststudium bis zum Erreichen eines Master- oder Diplomabschlusses grundsätzlich ab. Gebühren bauen zusätzliche Barrieren zu höheren Bildungsabschlüssen auf und treffen insbesondere Kinder aus sozial schwächeren und Mittelschichtfamilien", erklärte Stange am Donnerstag in Frankfurt a.M.. Nur fünf Prozent der Studierenden kämen aus Arbeiterfamilien, 55 Prozent dagegen aus Haushalten mit besserverdienenden Eltern.
Unklar bleibe, wie das von der BDA vorgeschlagene Ausbildungsbudget sozial gerecht finanziert werden soll. Von dem Geld sollen die Studierenden Lebensunterhalt, Studium und Studiengebühren zahlen. "Sozial Schwächere erhalten nicht mehr Geld als bisher, weil Bafög und Ausbildungsfreibeträge gestrichen werden. Betuchten wird zusätzlich gegeben. Wie mit diesen Mitteln zusätzliche Studiengebühren von mindestens 500 Euro im Semester bezahlt werden sollen, bleibt das Geheimnis der BDA", sagte Stange. Das ergänzend vorgeschlagene Darlehensmodell schrecke insbesondere junge Menschen aus sozial schwächeren Familien zusätzlich vom Studium ab.
Die Vorschläge der BDA ließen vollkommen offen, wie hoch die Grundfinanzierung der Hochschulen durch öffentliche Gelder zukünftig sein soll. Genau hier liege aber eines der zentralen Probleme jedes Studiengebührenmodells. "Wie soll eine solide Finanzierung gesichert werden, wenn die öffentlichen Haushalte durch immer neue Steuergeschenke wie die geplante Senkung des Spitzensteuersatzes geplündert werden", betonte Stange.
Dass die Arbeitgeber konsequent neoliberale Umverteilungsstrategien zu Lasten der sozial Schwächeren verfolgen, sei vorhersehbar gewesen. Dass der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Peter Gaethgens, dem willig folgt – ohne die Interessen der Studierenden zu beachten – sei enttäuschend.
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