Bologna-Reform

Bernd Sibler: CSU-Landtagsfraktion will den "Diplom-Ingenieur" erhalten

"Der akademische Grad eines Diplom-Ingenieurs ist ein international anerkanntes Gütesiegel für die Ingenieursausbildung an den bayerischen Universitäten und Fachhochschulen. Er ist eine deutsche Erfolgsgeschichte und als Ergebnis jahrzehntelanger erfolgreicher Hochschulpolitik zu einer echten Marke für Qualität "made in Germany" geworden. Er sollte daher soweit irgend möglich im Rahmen der weiteren Bologna-Reformen erhalten bleiben", erklärte Bernd Sibler, der Vorsitzende des Ausschusses für Hochschule, Forschung und Kultur im Bayerischen Landtag, anlässlich der am Montag stattfindenden Nationalen Bologna-Konferenz in Berlin.

17.05.2010 Pressemeldung CDU/CSU

Bereits jetzt verleihe etwa die Technische Universität München auf der Grundlage der am 20. Juli 2009 mit dem Wissenschaftsministerium abgeschlossenen Zielvereinbarung den akademischen Grad eines "Master of Science (M.Sc.)" als "Äquivalent mit dem Akademischen Grad Diplom-Ingenieur (DIPL.-Ing./TUM)". "Wir wollen prüfen, ob die Hochschulen den Diplom-Ingenieur zusammen mit dem Mastergrad verleihen können", erläuterte Sibler.

"Andere Länder, wie etwa unser Nachbarland Österreich, haben bereits vorgemacht, wie man auch im Zuge des Bologna-Prozesses diesen weltweit seit etwa hundert Jahren bekannten akademischen Grad bewahren kann, ohne den Bologna-Reformprozess aufzukündigen", erklärte Sibler. "Nach österreichischem Hochschulrecht kann der Mastergrad in ingenieurwissenschaftlichen Graduate Studien auch Diplom-Ingenieur/in lauten. Hier wollen wir nicht zurückstehen. Das darf aber nicht als Signal gegen den Bologna-Prozess verstanden werden", so Sibler. Nach den Worten des CSU-Hochschulpolitikers gibt es in diesem europaweiten Reformprozess kein Zurück mehr. Vielmehr wolle man die Akzeptanz seitens der Wirtschaft erhöhen. Diese möchte den etablierten Titel "Diplom-Ingenieur" erhalten. Durch die Erweiterung der akademischen Titel seien keine Veränderungen der gerade laufenden Dienstrechtsreform intendiert.

Im Zuge des seit 1999 laufenden Bologna-Reformprozesses sollen die Studiengänge auf ein zweistufiges Studienmodell der Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt werden. Ziel ist es insbesondere, durch eine kompatible Studiengangsstruktur die Mobilität und Vergleichbarkeit der akademischen Ausbildung in den Mitgliedsstaaten zu erhöhen und damit den entscheidenden Grundstein für einen "Europäischen Hochschulraum" zu legen.

www.csu-landtag.de/

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