Bildungsgewerkschaft GEW: Ohne Rahmenbedingungen Thüringer Hochschulen langfristig nicht mehr attraktiv für Studierende

Die Teilnehmer der 14. Landeshochschulkonferenz der GEW Thüringen haben am 12.11.05 in Erfurt an die Landesregierung und die Abgeordneten folgende Forderung gerichtet:

14.11.2005 Thüringen Pressemeldung GEW Thüringen

" Etwa 500 der Stellen an den Hochschulen Thüringens können in diesem Jahr nicht besetzt werden, weil kein Geld in den Personalhaushalten vorhanden ist. Wir fordern die Landesregierung auf, im Haushaltsjahr 2006 300 dieser Stellen vollständig zu finanzieren. In den Jahren 2007 und 2008 sollen die restlichen Stellen in zwei Schritten finanziert werden, so dass alle 5.178 Stellen an den Thüringer Hochschulen mittelfristig besetzt werden können. Nur so können Thüringer Hochschulen attraktive Studienbedingungen bieten, die im Rahmen des Bologna- Prozesses von essenzieller Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes sind."

Der Hintergrund dieser Forderung:

Die personelle und finanzielle Ausstattung der Thüringer Hochschulen hat sich seit Jahren verschlechtert. Der Haushaltsentwurf der Landesregierung für die Jahre 2006/2007 wird die Hochschulen weiterhin zwingen, einen Teil ihrer Stellen nicht zu besetzen, da die Personalausgaben eingefroren sind und auch mögliche Tariferhöhungen nicht berücksichtigt werden. Für die an den Hochschulen eingeplanten Stellen stehen mittlerweile nur noch etwa 90 % der notwendigen Haushaltsmittel von Seiten der Landesregierung bereit. Der Personalbestand an den Hochschulen wird sich mit dem Doppelhaushalt 2006/2007 auf 83 % im Vergleich zum Jahr 1992 reduzieren. Dagegen hat sich die Studierendenzahl seit dem Wintersemester 1991/1992 fast verdreifacht. Für die Lehrenden heißt das: Lehrbelastung längerfristig über 100 %, viele Klausuren, Prüfungen usw. und damit wenig Zeit für die intensive Betreuung ihrer Studierenden. Für die Studierenden heißt das: schlechtere Studienbedingungen durch z.B. Vorlesungen und Übungen als Großveranstaltungen, keine Kleingruppenarbeit, geringe Betreuung durch die Lehrenden. Seit Beginn der 1990-er Jahre verlängerte sich die Studiendauer in Thüringen bereits um drei Semester. Die Zahl der Langzeitstudierenden steigt.

Eigentlich müsste Thüringen daran gelegen sein, dass noch mehr seiner Schulabgänger/innen an den Hochschulen des Landes studieren, denn junge, gut ausgebildete Hochschulabsolvent/innen werden dringend gebraucht. Während im Bundesdurchschnitt laut einer aktuellen Studie der HIS GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) 71 % der Studienberechtigten ein Studium aufnehmen wollen, sind es beim Schlusslicht Thüringen nur 59 %. Besonders an den Fachhochschulen studiert ein Großteil Landeskinder.

Anfragen können gerichtet werden an
GEW Thüringen
Richard Schaefer, Referent für Öffentlichkeitsarbeit
und
Marlis Bremisch, Referentin für Hochschule und Forschung
Heinrich-Mann-Straße 22
99096 Erfurt
Tel. 03 61 5 90 95 22
Tel.03 61 5 90 95 21

<bremisch@gew-thueringen.de >

Ansprechpartner

GEW Thüringen

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