Appell an KMK

Bologna: Minister Brodkorb fordert Reform der Reform

Der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Mathias Brodkorb, hat von seinen Kollegen in der Kultusministerkonferenz die Bereitschaft gefordert "sich einzugestehen, es bei den Reformen der letzten Jahre etwas übertrieben zu haben". Schlimmer als jeder begangene Fehler sei "ein Fehler, den man sehenden Auges nicht korrigiert", schreibt Brodkorb mit Blick auf die Bologna-Reform in einem exklusiven Beitrag für die August-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre": "Kein Politiker will von einem Bachelor-Mediziner operiert oder von einem Bachelor-Juristen vor Gericht vertreten werden. Schon gar nicht wollen die meisten Politiker, dass die eigenen Kinder von Bachelor-Lehrern unterrichtet werden."

31.07.2014 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)

Vor diesem Hintergrund plädiert der Minister für eine wissenschaftsfreundliche Reform der Bologna-Reform, ohne dass zentrale Elemente wie die Bachelor-Master-Struktur in Frage gestellt werden. Brodkorb schlägt vor, das ECTS-Punktesystem, das auf fragwürdige Weise Studienleistungen verrechne, "auf eine Kunstwährung im Außenverhältnis" zu beschränken und "im hochschulischen Binnenverhältnis zu Semesterwochenstunden" zurückzukehren. Ebenso bestehe keine Notwendigkeit, Studienprogramme zu modularisieren. Laut Brodkorb genügt es zu definieren, über welche Kompetenzen ein Bachelor-Studierender verfügen soll, und daraus eine geschlossene Kette von Lehrveranstaltungen abzuleiten. Abschließend spricht sich Brodkorb für eine Umwandlung der Akkreditierung in ein Auditverfahren aus. Die Hochschulen könnten dann bei einer Auditierungsstelle die Begutachtung eines Studienganges in Auftrag geben mit dem Ziel, Schwachstellen von Studienprogrammen im Sinne einer kollegialen Beratung aufzudecken.

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Forschung & Lehre 8/2014 erscheint am 31. Juli 2014. Auszüge der jeweils neuesten Ausgabe können Sie unter www.forschung-und-lehre.de lesen.


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