"Chance zur weiteren Profilierung der Wissenschaftsregion Mittelhessen"
Staatsministerin Silke Lautenschläger hat den LOEWE-Schwerpunkt "Kulturtechniken und ihre Medialisierung" bei der Eröffnung in Gießen als "in wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht hochrelevant" gewürdigt: "Wir alle bewegen uns in einer Zeit des medialen Umbruchs mit rasant zunehmender Digitalisierung von Informationen und immer schnelleren Übermittlungswegen. Diese grundlegenden medialen Veränderungen wirken sich in vielfältiger Weise auf die kommunikativen Techniken auf die darauf aufbauenden Kulturtechniken aus. Die interdisziplinäre Erforschung dieser Auswirkungen im Rahmen des LOEWE-Schwerpunkts - wobei die Verbindung zwischen grundlagen- und anwendungsbezogener Forschung hergestellt wird - ist eine überaus attraktive Chance der Wissenschaftsregion Mittelhessen, sich national und international weiter zu profilieren", sagte die Ministerin.
22.10.2008 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und KunstSie wies zugleich darauf hin, dass die beteiligten Institutionen - die Justus-Liebig-Universität Gießen, das Herder-Institut Marburg und die Fachhochschule Gießen-Friedberg - für den Aufbau des Schwerpunkts ausgewiesene Referenzen mitbringen: Nachgewiesenes wissenschaftliches Know how und Schwerpunktbildungen, vielfältige Netzwerke in die "science community", eigene Ressourcen und ein innovatives, hochaktuelles Konzept. Im Rahmen der Feierstunde in der Justus-Liebig-Universität überreichte sie den Bewilligungsbescheid und mehrere Urkunden des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst an den Präsidenten der Universität Gießen, Prof. Dr. Stefan Hormuth, an die beiden Koordinatoren des neuen Schwerpunkts, Prof. Dr. Henning Lobin (Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Medien und Interaktivität/Universität Gießen) und Prof. Dr. Peter Haslinger (Direktor des Herder-Instituts Marburg) sowie an den Präsidenten der Fachhochschule Gießen-Friedberg, Prof. Dr. Günther Grabatin.
Das kulturwissenschaftliche Projekt hatte sich in der ersten Auswahlrunde der wettbewerblich organisierten hessischen Forschungsinitiative "LOEWE - Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz" Ende Juni 2008 durchgesetzt und wird seit 1. Juli vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst finanziell gefördert. Für die Jahre 2008 bis 2010 sind Landesmittel in Höhe von 2.346.000 Euro bewilligt. Für das erste Halbjahr 2011 wurden weitere 481.000 Euro in Aussicht gestellt.
"In der Entwicklungsplanung der Justus-Liebig-Universität stellen die Kulturwissenschaften einen Schwerpunkt dar. Der Erfolg dieses LOEWE-Schwerpunkts bestätigt dies und zeigt die Forschungs- und Innovationsstärke der Gießener Kulturwissenschaften", hob Universitätspräsident Prof. Dr. Hormuth hervor.
Der LOEWE-Schwerpunkt "Kulturtechniken und ihre Medialisierung" befasst sich mit den Auswirkungen, die mediale Veränderungen auf Kulturtechniken haben. Dabei konzentriert er sich auf die kommunikativen Techniken des Lesens und Schreibens und auf die darauf aufbauenden Kulturtechniken. Dazu zählen das Recherchieren und Archivieren, das Interpretieren, die Digitalisierung von Information, die Vernetzung ihrer Übermittlungswege und multimediale Formen des Interagierens mit dem Computer.
Das Projekt, an dem elf Professoren der Universität Gießen und zwei Professoren der Fachhochschule Gießen-Friedberg mitarbeiten, zeichnet sich nach den Worten der Ministerin durch ein hohes Maß an Interdisziplinarität aus, mit inhaltlichen Bezügen zwischen linguistischen, literatur- und kulturwissenschaftlichen, historischen, didaktischen und psychologischen Forschungsansätzen. Zugleich füge es sich in die Entwicklungsplanungen der Schwerpunktpartner ein und baue auf gemeinsam entwickelten Strukturen auf, die den Wissenschafts- und Hochschulstandort Mittelhessen voranbringen werden. Die Ministerin erinnerte auch an den 2004 verabschiedeten Hochschulvertrag Mittelhessen und an den 2007 geschlossenen Kooperationsvertrag zwischen der Universität Gießen und dem Herder-Institut in Marburg. "Insgesamt sind also ausgezeichnete Voraussetzungen gegeben, um in dem LOEWE-Schwerpunkt mit Hilfe der Landesförderung exzellente Forschung mit nachhaltigen Effekten zu betreiben", sagte Lautenschläger.
Im Rahmen der ersten LOEWE-Förderrunde unterstützt die Landesregierung fünf LOEWE-Zentren und fünf LOEWE-Schwerpunkte bis 2010 mit insgesamt 115 Millionen Euro. Rund 32 Millionen Euro sollen auf der Grundlage eines zu beschließenden Landeshaushalts 2009 zusätzlich für das Jahr 2011 bewilligt werden. "Dieser Betrag ist der Höchste, den eine hessische Landesregierung bislang zur Förderung der Forschung im Land zur Verfügung gestellt hat", sagte Lautenschläger. "Die Landesregierung hat das LOEWE-Programm aufgelegt, um den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Hessen nachhaltig zu stärken, und um den hessischen Beitrag zur Umsetzung der Lissabon-Strategie zu leisten. LOEWE ist aufgrund seiner wettbewerblichen Konzeption und seines Finanzvolumens im Ländervergleich bundesweit einzigartig. Es ist ein wichtiges wissenschaftspolitisches Signal, denn gezielte Investitionen in Ausbildung, Forschung und Entwicklung sind von zentraler Bedeutung für die weitere Entwicklung des Landes Hessen."
Am Beispiel des Konzeptes des LOEWE-Schwerpunkts "Kulturtechniken und ihre Medialisierung" ließen sich wichtige Ziele von LOEWE sehr gut ablesen, insbesondere die Vernetzung und Verstärkung von wissenschaftlichen Kompetenzen an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, der Ausbau von Kooperationen zwischen Universitäten und Fachhochschulen im Bereich der Forschung, zielgerichtete Schwerpunktplanungen bei Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie in anwendungsbezogenen Bereichen ein unmittelbarer Bezug zur Wirtschaft und damit zur Schaffung hochqualifizierter Arbeitsplätze.
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