Deuschlandstipendium

Deutschlandstipendium bleibt falsche Antwort

Zur Ein-Jahres-Bilanz des Deutschlandstipendiums erklärt Kai Gehring, Sprecher für Hochschulpolitik:

30.05.2012 Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen

Die Deutschlandstipendien bleiben hinter Schavans selbst gesteckten Zielen weit zurück und sind die falsche Antwort auf unser gespaltenes Bildungs- und Hochschulsystem. Das mit großem Tamtam eingeführte Stipendienprogramm ist offensichtlich gänzlich ungeeignet, zur überfälligen sozialen Öffnung der Hochschulen beizutragen. Statt wenige Auserwählte sollte Ministerin Schavan viele Bildungsaufsteiger fördern.

Vom Deutschland-Stipendium profitieren weniger als 0,25 Prozent der Studierenden, damit bleibt Schwarz-Gelb von den ursprünglich anvisierten acht Prozent meilenweit entfernt. Die Begabtenförderungswerke fördern mit jährlich rund 25.000 Stipendien rund fünf Mal so viele Studierende wie das Mini-Programm von Schavan. Die Ministerin bleibt jede Antwort schuldig, wie daraus die vollmundig verkündete "neue Stipendienkultur" erwachsen soll. Schavan bindet mit ihrem Deutschlandstipendium vielmehr knappe Steuermittel, die für einen solidarischen BAföG-Ausbau fehlen.

Studienfinanzierung braucht eine verlässliche Basis statt schwarz-gelben Etikettenschwindel. Unsichere Kurzzeit-Stipendien, die abhängen von Studienort, Studienfach und lokaler Stifterbereitschaft, gehen am Bedarf der Studierenden vorbei. Dass einzelne Studierendengruppen im Wettbewerb um Stipendien benachteiligt werden, produziert neue Ungerechtigkeiten.

Statt PR-Veranstaltungen fürs magere Deutschlandstipendium muss Schavan endlich mehr tun gegen Fachkräftemangel und für den Bildungsaufstieg von Arbeiter- und Einwanderkindern. Statt Elite-Stipendien braucht es dafür mehr Studienplätze, bessere Lernbedingungen und eine solidarische Studienfinanzierung.


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