Hessen

"Ein wichtiger Schritt zur Vertiefung der Religionswissenschaften und zur Förderung der Integration"

Der Hessische Minister der Justiz, für Integration und Europa, Jörg-Uwe Hahn, und die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, haben die Entscheidung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung begrüßt, ein bundesgefördertes Zentrum für Islamische Studien in Hessen aufzubauen: Der gemeinsame Förderantrag der Goethe-Universität Frankfurt und der Justus-Liebig-Universität Gießen zur Einrichtung eines Zentrums für Islamische Studien und der Lehrerausbildung für bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht hat neben dem Projekt der Universität Erlangen-Nürnberg heute den Zuschlag aus Berlin bekommen.

24.02.2011 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

„Das ist eine gute Nachricht für Hessen“, sagte Integrationsminister Hahn. „Dem Zuschlag für die Einrichtung Islamischer Studien in Frankfurt am Main und Gießen kommt richtungweisende Bedeutung zu. Die Integration des Islam beschreibt eine der wesentlichen Herausforderungen hessischer Integrationspolitik. Aktuell richten sich unsere Anstrengungen dabei auf die Einrichtung bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterrichts. Die nun auch in Hessen mögliche Ausbildung von Religionslehrern unterstützt diesen Prozess erheblich.“

Von einem „wichtigen Schritt zu dem gemeinsamen Ziel, nicht nur die Vertiefung der Religionswissenschaften, sondern auch die Forschung über unterschiedliche Kulturen und nicht zuletzt die Integration zu verbessern“ sprach Wissenschaftsministerin Kühne-Hörmann: „Damit werden Islamische Studien und islamische Religionspädagogik in Hessen institutionalisiert.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt demzufolge den Aufbau von vier Zentren im Rahmen seiner Projektförderung: Frankfurt/Gießen, Erlangen-Nürnberg, Münster/Osnabrück und Tübingen. Danach könnten für jeweils fünf Jahre bis zu zwei Professuren und bis zu zwei Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter sowie für jeweils vier Jahre bis zu zwei Nachwuchsgruppen gefördert werden.

Im Rahmen der Etablierung des „Zentrums für Islamische Studien der Goethe-Universität Frankfurt in Zusammenarbeit mit der Justus-Liebig-Universität Gießen auf dem Gebiet der Ausbildung von Religionslehrerinnen und -lehrern für das Fach Islamische Religion“ wird die Goethe-Universität auch mit dem Centrum für Nah- und Mitteloststudien der Philipps-Universität Marburg kooperieren. Grundlage dafür wird eine von diesen beiden Hochschulen gemeinsam mit der Universität Gießen zu erarbeitende Gesamtstrategie für die Einrichtung und Entwicklung islamisch-theologischer und islamwissenschaftlicher Studien in Hessen sein.

In seinen „Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen“ vom Januar 2010 hatte der Wissenschaftsrat – das Gremium berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung – festgestellt, dass diese Felder der wachsenden Pluralität religiöser Bekenntnisse in Deutschland und der steigenden Nachfrage nach wissenschaftlicher Expertise zu Fragen der Religion Rechnung tragen sollten. Er empfiehlt, an ausgewählten staatlichen Universitäten, an denen bereits andere religionsbezogene Wissenschaften etabliert sind, Islamische Studien aufzubauen. Diese sollen Zentren islamisch-theologischer Forschung werden, eine zentrale Rolle bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses spielen und islamische Religionslehrer und -lehrerinnen ausbilden.


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