EKD-Hochschulbeirat fordert Neubesinnung auf den Bildungsauftrag der Hochschulen
(redaktion/pm) Anlässlich der bundesweiten Aktivitäten der Studierenden beim "Bildungsstreik" hat der Vorsitzende des Evangelischen Hochschulbeirats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich jetzt eine Neubesinnung auf den Bildungsauftrag der Hochschulen gefordert. Er plädiert mit Blick auf den Bologna-Prozess für eine neue Reformphase der Differenzierung.
19.11.2009 ArtikelFriedrich bezieht sich dabei auf die jüngst mit dem Titel "Den Bildungsauftrag wahrnehmen" erschienene Stellungnahme des Hochschulbeirats zur Situation der Hochschulen in Deutschland. Er teile die Sorge, "dass bei starr modularisierten Studiengängen die starke Reglementierung von Studieninhalten und Studienverläufen die akademische Freiheit des Studiums weitgehend zu ersticken drohe". Die Studienreform des Bologna-Prozesses verschärfe nämlich die Tendenz, "Studiengänge weniger als Bildungs- denn als Ausbildungsgänge zu konzipieren. Die Bedingungen dafür, im Studium eine grundständige wissenschaftliche Kompetenz, Kritikfähigkeit, selbstständiges Methodenbewusstsein und ethisches Reflexionsbewusstsein zu gewinnen, seien dadurch nicht sichergestellt."
Neben der krassen Unterfinanzierung der Hochschulen sieht Friedrich einen Grund für die aufgebrochenen Probleme "in der selbstauferlegten Vorgabe, für alle Studiengänge eine formale Einheitlichkeit herzustellen." Friedrich plädiert deshalb dafür, "eine neue Reformphase der Differenzierung einzuleiten, in der die Studiengänge den fachspezifischen Erfordernissen eines Studiums mit Bildungswert wieder angenähert werden." Der notwendige Eintritt in eine solche Reformphase sei durch die Erklärung der Kultusministerkonferenz vom 16. November 2009 zur Weiterentwicklung der Bachelor- und Masterstudiengänge an den Hochschulen jedoch noch nicht gewährleistet.
Weiterführende Links
- Stellungnahme des Hochschulbeirats zur Situation der Hochschulen in Deutschland
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