EU-Migration

EU-Migration: Vier von fünf Auswanderern kehren nach Deutschland zurück

Von den schätzungsweise etwa 122.000 Deutschen, die ihre Heimat in Richtung anderer EU-Staaten in den Jahren 1996 bis 2006 verlassen haben, sind 95.000 zurückgekehrt. Das entspricht einer Rückwanderungsquote von 78 Prozent. Bei Deutschen mit Hochschulabschluss liegt dieselbe Quote mit 85 Prozent sogar über diesem Durchschnitt, während sie bei geringfügig qualifizierten Personen lediglich 43 Prozent beträgt. Diese Zahlen nennen Lenore Sauer und Andreas Ette vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung im Februar-Heft der Zeitschrift "Forschung & Lehre".

31.01.2011 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)

Trotz Netto-Verlusten von 12.000 bzw. 6.000 Personen in den Berufsgruppen der "Wissenschaftler" und "Techniker" müsse bei einer Rückwanderungsquote von 74 bzw. 77 Prozent in dieser Gruppe von einer "Brain Circulation" gesprochen werden, da es sich vorwiegend um eine temporäre Auswanderung deutscher Fachkräfte handle. Ein "Brain Drain" sei dagegen in den Gruppen "Führungskräfte" und "Gesundheitsberufen" zu verzeichnen, bei denen nur etwa ein Drittel der ursprünglichen Auswanderer nach Deutschland zurückkehrten.

Etwa die Hälfte der deutschen Auswanderer besitze einen Hochschulabschluss. Der Anteil der Gesamtbevölkerung mit einem akademischen Abschluss liege dagegen mit 29 Prozentpunkten deutlich unter diesem Wert.

Die Schweiz mit jährlich etwa 22.000 Auswanderern im Durchschnitt der Jahre 2005 bis 2009 stelle mit Abstand das wichtigste Zielland deutscher Migranten dar. Es folgten die USA mit ca. 14.000 deutschen Auswanderern per annum. Weitere wichtige Zielländer in dem genannten Zeitraum seien Österreich und Polen mit jeweils ca. 11.000, Großbritannien mit 10.000, Spanien mit 8.000 und Frankreich mit 7.000 deutschen Auswanderern pro Jahr gewesen.

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Forschung & Lehre 1/2011 erscheint am 31. Januar 2011. Auszüge der jeweils neuesten Ausgabe können Sie unter www.forschung-und-lehre.de lesen.


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