Frankenberg: Baden-Württemberg ist in vielen Bereichen Vorbild

Am 13. September hat die OECD den jährlichen Bericht "Education at a Glance" vorgelegt. Dieser umfasst internationale Kenndaten von 30 Industriestaaten zu den Bereichen Schule und Universitäten.

13.09.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

"Es ist erfreulich, dass Deutschland in vielen der internationalen Vergleichskategorien gut abschneidet. Die Ergebnisse des OECD-Berichts 2005 bestätigen, dass das Bildungsniveau der Deutschen hoch ist und die Entwicklung zu höherer Bildung anhält. Sie sind aber gleichzeitig auch Ansporn für Verbesserungen," erklärte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg dazu am 13. September in Stuttgart.

Die wichtigsten Ergebnisse sind aus Sicht des Ministers:

  • Die Bevölkerung Deutschlands weist ein hohes Bildungsniveau auf. Die Zahl der Personen, die mindestens die Sekundarstufe II abgeschlossen haben, liegt in Deutschland deutlich über dem OECD-Schnitt: 83% der Wohnbevölkerung (25- bis 64-Jährige) haben entweder Abitur oder eine abgeschlossene Berufsausbildung. Damit liegt Deutschland mit den USA, Japan, Norwegen, Kanada und der Slowakei im Spitzenfeld. Im OECD-Schnitt sind es 66%.

 

  • Die Ausgaben pro Studierende/n in Deutschland steigen. Die jährlichen Ausgaben pro Studierenden liegen mit 10.999 $ über dem OECD-Durchschnitt (10.655 $). "Obwohl uns keine Länderauswertungen der aktuellen Studie vorliegen, wissen wir, dass gerade Baden-Württemberg besonders viel in die Hochschulen des Landes investiert", so Frankenberg. Baden-Württemberg liegt bei den Ausgaben pro Studierende im Hochschulbereich um rund 10 % über dem deutschen Durchschnittswert.

 

  • Bei den öffentlichen Ausgaben für den Tertiärbereich gemessen am BIP liegt Deutschland mit 1,0% im OECD-Durchschnitt. "Das aktuelle Ergebnis zeigt aber erneut, dass Deutschland bei privaten Aufwendungen mit 0,1% weit abgeschlagen ist", so der Minister. Der OECD-Durchschnitt liegt hier bei 0,8%. "Die Einführung von moderaten Studiengebühren in Baden-Württemberg ist eine Maßnahme, um diesen privaten Anteil zu erhöhen. Jeder einzelne Studierende trägt zu seiner Ausbildung etwas bei und die Hochschulen erhalten dadurch künftig zusätzliche Mittel zur Verbesserung der Studienbedingungen. Darüber hinaus ist es aber notwendig, dass auch Unternehmen in Zukunft noch mehr in Wissenschaft und Forschung investieren," so der Minister.

 

  • 10,7% aller Studierenden in Deutschland kommen aus dem Ausland. Damit liegt Deutschland deutlich über dem Ländermittel von 6,4%. Deutlich höhere Anteile weisen Australien mit 18,7%, Österreich mit 13,5% und Großbritannien mit 11,2% auf. Das zeigt, dass sich Studiengebühren nicht negativ auf die Attraktivität eines Studienortes auswirken.

 

  • Der internationale Trend zur Akademisierung ist unübersehbar. Bei den Abschlüssen in den Kurzstudiengängen weicht Deutschland erheblich vom Ländermittel der OECD ab. "Die gestuften Studiengänge Bachelor und Master, die bei uns sehr im Kommen sind, werden künftig dazu beitragen, dass wir mehr Hochschulabsolventen haben", so Frankenberg. Baden-Württemberg habe außerdem mit der Berufsakademie frühzeitig eine Einrichtung geschaffen, die eine berufspraktische Ausbildung mit einer theoretischen Ausbildung auf tertiärem Niveau verbindet. So erhöhten im Land die Berufsakademien den Anteil bei den Abschlüssen in Kurzstudiengängen von 7 % auf rund 10 %.

 

  • Eine große Herausforderung sieht Frankenberg in der Steigerung des Frauenanteils an den Erstabschlüssen im Hochschulbereich. Hier liegt Deutschland mit 48% deutlich unter dem Ländermittel von 56%."Deutschland wird international nur dann wettbewerbsfähig bleiben, wenn es gelingt, künftig mehr Frauen für Studiengänge aus dem Bereich der Natur- und Ingenieurwissenschaften zu begeistern. Das Interesse daran muss bereits in der Schule geweckt werden," so Frankenberg abschließend.

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden