MINT-Fächer

Frauenanteil in MINT-Studienfächern auf 31 % gestiegen

Seit 2016 wird jährlich der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft begangen. Der Tag wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen eingeführt und soll auf die Rolle von Mädchen und Frauen in Wissenschaft und Technologie aufmerksam machen.

07.02.2022 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  • Eine Wissenschaftlerin schaut in ein Mikroskop. © 2016 Likoper/Shutterstock

Insbesondere die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) stehen dabei im Fokus, da hier der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften besonders groß ist.

Zum Wintersemester 2020/21 stieg der Frauenanteil unter den Studienanfängerinnen und -anfängern im ersten Hochschulsemester nach Angaben des Statistischen Landesamtes auf gut 50 % an. Damit begannen zum ersten Mal in der Geschichte des Landes Baden-Württemberg mehr Frauen als Männer ein Studium an einer Hochschule. Der Frauenanteil an den Studierenden insgesamt betrug knapp 49 %. In den wirtschaftlich besonders bedeutsamen MINT-Fächern, zu denen hier die Fächergruppen Mathematik, Naturwissenschaften sowie die Ingenieurwissenschaften gezählt werden, waren 44 500 Frauen eingeschrieben. Dies entsprach einem Frauenanteil von knapp 31 %. Zum Vergleich: im Wintersemester 1990/91 waren nur knapp 21 % der Studierenden in den MINT-Fächern Frauen.

Doch MINT ist nicht gleich MINT. Während der Frauenanteil in der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften bereits seit drei Jahren in Folge bei über 50 % lag, war der Frauenanteil in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften mit 23 % nicht einmal halb so groß. Dennoch gibt es auch unter den ingenieurwissenschaftlichen Studienbereichen Positivbeispiele, wie die Studienbereiche Architektur/Innenarchitektur mit einem Frauenanteil von knapp 58 % und Raumplanung mit knapp 54 % zeigen. In den Bereichen Bauingenieurwesen (32 %), Materialwissenschaft und Werkstofftechnik (32 %), Vermessungswesen (30 %), Wirtschaftsingenieurwesen mit ingenieurwissenschaftlichem Schwerpunkt (25 %) und Maschinenbau/Verfahrenstechnik (23 %) lag der Frauenanteil immerhin noch über dem Durchschnitt in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften. Unterdurchschnittliche Frauenanteile konnten in den Studienbereichen Ingenieurwesen allgemein (21 %) und Informatik (20 %) festgestellt werden. Schlusslicht bildeten die Studienbereiche Elektrotechnik und Informationstechnik (15 %) sowie Verkehrstechnik, Nautik (13 %).

Im Gegensatz dazu wiesen die Studienbereiche der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften deutlich höhere Frauenanteile auf als die ingenieurwissenschaftlichen Studienbereiche. So waren knapp zwei Drittel der Studierenden der Biologie (66 %) und Pharmazie (66 %) Frauen. Auch in Mathematik (55 %) und Geographie (53 %) studierten mehr Frauen als Männer. In Chemie betrug der Frauenanteil knapp 48 %, in den Geowissenschaften knapp 42 %. Nur die Studienbereiche Mathematik, Naturwissenschaften allgemein (31 %) und Physik, Astronomie (25 %) wiesen ähnlich geringe Frauenanteile wie die ingenieurwissenschaftlichen Studienbereiche auf.


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