GEW unterstützt Boykott der Studiengebühren

Die Bildungsgewerkschaft GEW unterstützt den Boykott von Studiengebühren und ruft alle Studierende auf, die Studiengebühren auf Treuhandkonten zu überweisen.

15.12.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

„In Nordrhein-Westfalen sind nach der Einführung von Gebühren bereits die Studierendenzahlen gesunken. Studiengebühren werden dazu führen, dass viele Studierende länger für ihre Ausbildung brauchen sowie später und mit Schulden ins Berufsleben starten. Deshalb sind Studiengebühren nicht nur unsozial, sondern gleichzeitig auch familienfeindlich“, sagte am Freitag (15.12.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). In Baden-Württemberg haben Studierende an den meisten Hochschulen beschlossen, die Zahlung von Studiengebühren zu boykottieren und die 500 Euro pro Semester auf Treuhandkonten einzuzahlen.

Die Bildungsgewerkschaft GEW macht sich dafür stark, dass Bildung unabhängig von der Herkunft und dem Geldbeutel der Eltern ein Grundrecht für alle Menschen bleibt. Das Erststudium soll gebührenfrei sein.

An vielen Hochschulen in Baden-Württemberg haben die Studierendenvertretungen Treuhandkonten eingerichtet, das von Anwälten betreut wird. Auf dieses Konto sollen die Studierenden die 500 Euro Gebühren pro Semester überweisen. In Baden-Württemberg gibt es 283.000 Studierende. Die GEW warnt die Hochschulleitungen, auf Studierende Druck auszuüben und mit Exmatrikulation zu drohen. „Die Rektoren sollten die Sorgen der Studierenden ernst nehmen und gemeinsam mit ihnen neue Verhandlungen mit der Landesregierung über die Einführung von Studiengebühren aufnehmen“, sagte Dahlem.

Studiengebühren - 19.000 Euro Schulden drohen

Bei Studiengebühren von 500 Euro pro Semester drohen Schulden in Höhe von 19.000 Euro. Bei zwölf Semestern Studium fallen 6.000 Euro Studiengebühren an. Mit einem Kredit der L-Bank können bei einem Effektivzins von 6,4 Prozent und einer kleinen Tilgungsrate 19.081 Euro Schulden entstehen.

Wir brauchen mehr Studierende

„Deutschland ist im internationalen Vergleich das Land, in dem der Bildungserfolg am stärksten durch die soziale Herkunft bestimmt wird. Durch Studiengebühren wird sich dieser alarmierende Zustand weiter verschärfen. Wir brauchen mehr und nicht weniger Studierende. Durch die Einführung von Studiengebühren werden junge Menschen vom Studium abgehalten“, so Rainer Dahlem.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden