GEW wertet Hochschulstrategie der Landesregierung als unzureichende Perspektive für die Beschäftigten an Thüringer Hochschulen
"Nach viereinhalb Jahren ist die heute vorgestellte Hochschulstrategie leider nicht mehr als solides Handwerk", kommentiert Torsten Wolf, Landesvorsitzender der GEW Thüringen die Präsentation durch Wissenschaftsminister Christoph Matschie im Thüringer Landtag. "Wirklich zukunftsweisend ist das Papier nicht, es weist vor allem die vielen Baustellen in der Thüringer Hochschullandschaft aus."
26.06.2014 Pressemeldung GEW ThüringenAus Sicht der Beschäftigten bietet das Papier keine Strategie. "Die Finanzierungsbedingungen bleiben nach wie vor hoch prekär, mit allen Auswirkungen auf die berufliche und familiäre Planung der Beschäftigten", macht Wolf deutlich. Bereits 2012 hat das Land Thüringen 104 Millionen Euro weniger für die Grundfinanzierung der Hochschulen ausgegeben als andere Länder (Vergleich pro Kopf-Ausgaben zur Grundfinanzierung, Statistisches Bundesamt). "Mit dem Personalabbau von etwa 350 Vollzeitstellen kommen noch einmal 21 Millionen Euro hinzu. Das entspricht dann einer jährlichen Unterfinanzierung von rund 125 Millionen Euro. Damit können wir nicht und damit kann auch diese Landesregierung nicht zufrieden sein", betont Wolf. Der nun vereinbarte Aufwuchs von vier Prozent plus der Strategiezulage von einem Prozent wird erst im Jahr 2016 die Kostensteigerungen auffangen können, dann aber auf dem bereits stark eingekürzten Niveau.
"Wir begrüßen selbstverständlich das Bekenntnis, alle Hochschulstandorte zu erhalten. Wir warnen jedoch davor, dass Kooperationen zum Selbstzweck, das Zusammenlegen gemeinsamer Aufgaben oft kein Geld spart, sondern den Verwaltungsaufwand erhöht. Das darf nicht passieren", so Wolf abschließend.
Die Idee einer Enquetekommission Hochschule steht die GEW Thüringen aufgeschlossen gegenüber.
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