Grüne wollen Hochschulen auf hohe Anzahl von Studierenden vorbereiten

(hib/ROL) - Allen Studienberechtigten soll die Chance auf einen Studienplatz gegeben werden – das fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einem Antrag ([17/9173](http://dip.bundestag.de/btd/17/091/1709173.pdf)).

17.04.2012 Pressemeldung Deutscher Bundestag

Erste Erfolge der Reformen des Bildungs- und Wissenschaftssystems nach dem PISA-Schock würden nun sichtbar werden, schreiben die Abgeordneten. Immer mehr Jugendliche würden eine Hochschulreife erwerben und ein immer höherer Anteil würde sich für ein Studium entscheiden. Aufgrund dieser Entwicklung würden in Zukunft deutlich mehr Studienplätze benötigt als in den letzten Jahren prognostiziert worden seien. "Der vermeintlich kurzzeitige Studienberg entwickelt sich zum lange andauernden Studierendenhochplateau", schreibt die Fraktion in ihrem Antrag. Bis 2020 würden laut der neuesten Zahlen der Kultusministerkonferenz (KMK) 750.000 Studierende mehr als bislang angenommen an die Hochschulen strömen.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen fordert den Deutschen Bundestag daher auf, die aktualisierte KMK-Studienanfängerprognose "Vorausberechnung der Studienanfängerzahlen 2012 - 2015 – Fortschreibung" als Mindestzahl zu vereinbaren und die dafür notwendigen Mittel für die Jahre 2012 bis 2015 im Bundeshaushalt bereitzustellen. Ferner will sie, dass bestimmte "Qualitätsaspekte" verabredet werden. Dazu gehöre die Einführung einer Masterkomponente. Mit dieser Komponente soll für die Mehrheit der Studienplätze auf der Basis realistischer Übergangsquoten eine Finanzierung von zehn Semestern ermöglicht werden. Zudem fordert die Fraktion eine Vereinbarung von Mindeststandards für die Lehre hinsichtlich des Betreuungsschlüssel und der Beteiligung von C4-/W3-Professuren an der Lehre. Das sind die Professoren in den oberen Besoldungsgruppen. Die Hochschuldidaktik und Weiterbildung im Bereich Lehrkompetenz müsse zudem gestärkt werden.

Neben der Verhandlung zur Überarbeitung des Hochschulpaktes sollen verlässliche Regelungen zur bisherigen Verteilung der Mittel von Bund und Ländern für den Hochschulpakt geprüft werden. Ferner erwarten die Grünen, dass Strategien für den Ausbau der sozialen Infrastruktur vorangetrieben werden. Das "Zulassungschaos" soll durch "professionelles Projektmanagement, klare Verantwortlichkeiten, ausreichendes Budget und kluges politisches Handeln unverzüglich" geordnet werden.

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