Wintersemester 2021/22

Hamburg, Berlin und das Saarland mit den höchsten NC-Quoten

Rund 900.000 Menschen beginnen in Deutschland jährlich ein Studium. Die Mehrzahl der Studiengänge stehen allen Erstsemestern unabhängig von der Abiturnote offen. Nur noch rund 40 Prozent aller Studiengänge hat im kommenden Wintersemester einen Numerus Clausus, also eine Zulassungsbeschränkung.

01.07.2021 Bundesweit Pressemeldung CHE Centrum für Hochschulentwicklung
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Den höchsten Anteil zulassungsbeschränkter Studiengänge gibt es in Hamburg, Berlin und dem Saarland. Zu diesem Ergebnis kommt der jährliche CHECK Numerus Clausus des CHE Centrum für Hochschulentwicklung.

In Hamburg, Berlin und dem Saarland sind im kommenden Wintersemester 2021/22 zwei von drei Studiengängen zulassungsbeschränkt. Hamburg hat mit einer Quote von 65,2 Prozent dabei den höchsten Anteil im Ländervergleich. Es folgen Berlin und das Saarland mit 65,1 bzw. 63,3 Prozent.

Beste Chancen auf einen Studienplatz gibt es in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, wo nur jeder fünfte Studiengang zulassungsbeschränkt ist. Deutschlandweit ist die NC-Quote bereits im fünften Jahr in Folge gesunken und liegt aktuell bei 40,1 Prozent.

„Dass den Studieninteressierten des aktuellen Abiturjahrgangs nach diesem außergewöhnlichen Schuljahr mehr als die Hälfte aller Studienangebote ohne Zulassungsbeschränkungen offensteht, ist ein wichtiges und gutes Signal“, kommentiert CHE Geschäftsführer Frank Ziegele die Ergebnisse. „Länder wie Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen oder Hamburg konnten in den vergangenen fünf Jahren ihre NC-Quoten um sechs bis zehn Prozentpunkte senken. Hier haben möglicherweise auch die in manchen Bundesländern gesunkenen Studienanfängerzahlen eine Rolle gespielt. Die Hochschulen passen die Zulassungsbeschränkungen der Nachfrage an“, so Ziegele.

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Im Städte-Vergleich zeigen sich weiterhin recht deutliche Unterschiede. Größte Chancen auf einen Studienplatz in einer Hochschulstadt mit mehr als 50.000 Studierenden haben Bewerber*innen in Dortmund. Hier liegt die NC-Quote bei der diesjährigen Auswertung des CHE bei 23 Prozent. Die Höchstwerte unter allen Hochschulstädten mit mehr als 17.000 Studierenden haben Saarbrücken und Leipzig mit 65 bzw. 63 Prozent.

„Bemerkenswert ist, dass sieben der zehn Städte mit der höchsten NC-Quote ihren Anteil an zulassungsbeschränkten Studiengängen im Vergleich zum Vorjahr senken konnten“, sagt Studienautor Cort-Denis Hachmeister. Dies gelte besonders für beliebte Studierendenstädte wie Köln, Hamburg, Leipzig oder München. 
 

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Darüber hinaus lohne es sich immer, auch Hochschulen im weiteren Umkreis und außerhalb der Bundesland-Grenze zu berücksichtigen, rät der Experte für Hochschulzugang beim CHE. „Oft gibt es gleichwertige Studienangebote ohne Numerus Clausus sogar an benachbarten Hochschulen“, so Hachmeister.

Je nach Fach, Hochschultyp und Abschlussart variiert die Numerus-Clausus-Quote stark: In den Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften ist bundesweit etwa jeder zweite Studiengang zulassungsbeschränkt. In den Ingenieurwissenschaften stehen rund zwei Drittel der Angebote allen Erstsemestern unabhängig von ihrer Abiturnote offen.

Studiengänge an Universitäten sind zu einem geringeren Anteil (37 %) mit einem NC belegt als die an Fachhochschulen (42 %). Bachelorstudiengänge weisen mit 42 Prozent NC-Quote einen etwas höheren Wert als der Masterbereich (39 %) auf.

Über die Publikation: 
Grundlage des „CHECK - Numerus Clausus an deutschen Hochschulen 2021/22“ sind die NC-Daten des Hochschulkompasses der Hochschulrektorenkonferenz für rund 20.800 Studiengänge im Wintersemester 2021/22 sowie entsprechende Daten der vergangenen Jahre. Die Länderquoten wurden bezogen auf den Hauptsitz der Hochschule ermittelt. Bei ortsbezogenen NC-Quoten werden alle Studiengänge am Studienort gezählt. Dadurch kann es bei Stadtstaaten zu kleineren Abweichungen zwischen Landes- und Ortsquote kommen. Bundesland, Hochschultyp, Abschlussart und Fächergruppe dienten als Analysekriterien für die Autorinnen und Autoren Anna Gehlke, Cort-Denis Hachmeister, Elisa Himbert und Vanessa Seitter. 


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